Was muss man unbedingt in Zürich essen?

Zürich Kulinarisch: Ein Genussführer

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Wenn Sie Zürich besuchen, tauchen Sie in eine Stadt ein, deren Küche tief in der reichen Tradition der Schweiz verwurzelt ist. Die Schweizer Küche ist eine faszinierende Mischung aus Einflüssen der umliegenden Länder – Deutschland, Frankreich und Norditalien – und zeichnet sich gleichzeitig durch eine beeindruckende regionale Vielfalt aus. Während jede Sprachregion ihre eigenen Besonderheiten hat, haben viele Gerichte die Grenzen überschritten und sind heute in der ganzen Schweiz beliebt. Zürich bietet Ihnen die perfekte Gelegenheit, sowohl überregionale Klassiker als auch spezifische Zürcher Köstlichkeiten zu entdecken.

Wie teuer essen gehen in Zürich?
Restaurant p.P.Durchschnittspreis Schweiz (CHF)Durchschnittspreis Deutschland (EUR)Mahlzeit in einem Bistro23,-10,-Schnitzel (vom Schwein) mit Pommes23,-14,-3-Gang Menü (mittlere Preisklasse)55,-28,-Kuchen / Torte (1 Stk)4,302,80

Die Basis vieler Schweizer Gerichte bilden oft einfache, aber qualitativ hochwertige Zutaten, allen voran Milchprodukte wie Käse und Rahm sowie Kartoffeln und Fleisch. Diese bilden die Grundlage für viele währschafte und sättigende Mahlzeiten, die besonders in den kühleren Monaten beliebt sind.

Schweizer Klassiker, die man kennen muss

Einige Gerichte haben es geschafft, zu nationalen Symbolen der Schweizer Kulinarik zu werden. Sie repräsentieren die Vielfalt und den Charakter der Landesküche und sollten bei einem Besuch nicht fehlen:

Käsefondue

Käsefondue ist wohl das bekannteste Schweizer Gericht überhaupt. Es besteht aus geschmolzenem Käse, der in einem speziellen Keramiktopf, dem Caquelon, über einem Rechaud warm gehalten wird. Serviert wird es traditionell mit Brotstücken, die auf lange Fonduegabeln gespiesst und im cremigen Käse geschwenkt werden. Es ist mehr als nur Essen; es ist ein geselliges Erlebnis, das oft mit Freunden und Familie geteilt wird.

Raclette

Ähnlich beliebt wie Fondue ist Raclette, ein weiteres Käsegericht. Hierbei wird ein halber Käselaib erhitzt, traditionell über offenem Feuer oder heute meist mit speziellen Tischgeräten, und die geschmolzene Schicht wird direkt auf den Teller geschabt. Serviert wird Raclette klassischerweise mit „Gschwellti“ (Pellkartoffeln), Essiggurken und -zwiebeln sowie Senffrüchten. Die Kombination aus heissem Käse und den säuerlichen Beilagen ist einfach unwiderstehlich.

Älplermagronen

Ein deftiges Gericht, das besonders nach einem Tag in den Bergen wärmt, sind Älplermagronen. Es handelt sich um eine Art Gratin aus Kartoffeln, Magronen (kurze Makkaroni), Käse, Rahm und Zwiebeln. Eine unverzichtbare Beilage dazu ist Apfelmus, dessen Süsse einen interessanten Kontrast zur Herzhaftigkeit des Gratin bildet.

Rösti

Rösti ist ein einfacher, aber köstlicher Kartoffelfladen. Er wird aus geriebenen gekochten (Gschwellti) oder rohen Kartoffeln hergestellt und in heisser Butter oder Fett in der Pfanne ausgebacken, bis er aussen knusprig und innen weich ist. Die Kartoffeln werden dabei nur durch die in ihnen enthaltene Stärke gebunden. Rösti kann als Hauptgericht oder als Beilage zu Fleischgerichten serviert werden und ist in vielen Variationen zu finden.

Birchermüesli

Für einen gesunden Start in den Tag oder als leichte Mahlzeit eignet sich das berühmte Birchermüesli. Es wurde um 1900 vom Schweizer Arzt Maximilian Oskar Bircher-Brenner entwickelt. Die ursprüngliche Zubereitung besteht aus Haferflocken, Zitronensaft, Kondensmilch, geriebenen Äpfeln sowie Haselnüssen oder Mandeln. Heute gibt es unzählige Variationen, oft mit frischen Früchten und Joghurt.

Was muss man unbedingt in Zürich essen?
TYPISCHES AUS DER SCHWEIZER KÜCHEKäsefondue. Geschmolzener Käse und Brotstücke. ...Raclette. Geschmolzener Käse serviert mit "Gschwellti" (Pellkartoffeln), Essiggurken und -zwiebeln sowie Senffrüchten.Älplermagronen. ...Rösti. ...Birchermüesli. ...Schweizer Schokolade. ...Schweizer Käse.

Zürcher und Zuger Spezialitäten

Auch wenn viele Schweizer Gerichte landesweit bekannt sind, hat Zürich doch seine ganz eigenen kulinarischen Aushängeschilder. Eines sticht dabei besonders hervor:

Zürcher Geschnetzeltes

Das Zürcher Geschnetzeltes ist das bekannteste Gericht der Stadt und ein absolutes Muss für jeden Besucher. Es ist ein Gericht mit Kalbfleisch, das manchmal auch mit Kalbsnieren und Champignons zubereitet wird. Charakteristisch ist die cremige Rahmsauce, in der das Fleisch serviert wird. Traditionell wird Zürcher Geschnetzeltes mit Rösti gereicht, was die perfekte Kombination aus zartem Fleisch, reichhaltiger Sauce und knusprigen Kartoffeln ergibt.

Neben diesem herzhaften Gericht gibt es auch süsse und gebackene Spezialitäten, die mit Zürich und Zug verbunden sind:

Hüppen und Offleten

Hüppen sind röhrenförmig zusammengerollte Gebäcke, die meist mit einer Schokoladenmasse gefüllt sind. Sie zählen zur Familie der Waffeln, von denen es in der Schweiz verschiedene Arten gibt. Eng mit Zürich verbunden sind die Offleten. Sie sind ebenfalls ein Waffelgebäck, zeichnen sich aber durch ihren gleich brüchigen, hauchdünnen Teig aus. Im Gegensatz zu Hüppen sind sie scheibenförmig und dementsprechend ungefüllt. Sie stehen im Gegensatz zu den weicheren Waffeln und werden am besten warm genossen.

Zürcher Tirggel

Zur Weihnachtszeit gibt es in Zürich eine besondere Spezialität: den Zürcher Tirggel. Dies ist ein trockenes Honiggebäck, das in spezielle Bilderformen gepresst und gebacken wird. Die kunstvollen Motive machen den Tirggel auch optisch zu einem Genuss.

Zuger Kirschtorte

Obwohl der Name es verrät, ist die Zuger Kirschtorte in der ganzen Schweiz – und somit auch in Zürich – sehr beliebt und weit verbreitet. Es handelt sich um eine runde Torte von etwa 5 Zentimetern Höhe. Sie besteht aus einem Biskuit, der grosszügig mit Kirsch getränkt ist. Dieser Biskuit liegt zwischen zwei mürben Japonaisböden. Zwei dünne Schichten Buttercrème halten den Kirsch im Inneren der Torte. Auch der Deckel und der Rand sind mit Buttercrème bestrichen. Geschmacklich ist die Torte fein, cremig und knusprig, wobei der Geschmack von Kirsch und Buttercrème vorherrschend ist. Die Herstellung ist sehr aufwändig, weshalb sie zumeist gewerblich in Konditoreien gefertigt wird.

Ein Blick über die Kantonsgrenzen hinaus

Die regionale Vielfalt ist ein Eckpfeiler der Schweizer Küche. Auch wenn Sie sich in Zürich aufhalten, kann ein kurzer Blick auf Spezialitäten anderer Regionen die Bandbreite der Schweizer Kulinarik verdeutlichen:

  • Romandie (französische Schweiz): Hier sind Rohwürste wie Saucissons und Saucisses au chou beliebt. Auch das Walliser Trockenfleisch und der Roggenbrot stammen von hier. Fischgerichte sind rund um die grossen Seen populär, wie Eglifilets und Felchenfilets. Süssspezialitäten wie der Gâteau du Vully oder die Cuchaule (typisches Safranbrot) bereichern das Angebot.
  • Appenzellerland: Bekannt für den Appenzeller Biber (Lebkuchen mit Bild), Appenzeller Käse, Appenzeller Mostbröckli und Appenzeller Pantli.
  • St. Gallen: Die St. Galler Bratwurst, auch Olma-Bratwurst genannt, ist hier die Königin der Würste. Viele Ostschweizer geniessen sie pur, ohne Senf, um das volle Fleischaroma zu schmecken.
  • Bern: Die Berner Platte ist ein üppiges Gericht mit verschiedenen Fleisch- und Wurstsorten, Sauerkraut, Sauren Rüben und Kartoffeln. Der Berner Zwiebelkuchen gehört zum jährlichen Zibelemärit.
  • Basel: Die Basler Mehlsuppe, Käsewähe und Zwiebelwähe sind traditionell an der Fasnacht präsent. Auch das Basler Läckerli, kleine harte Lebkuchen, sind sehr bekannt.
  • Zentralschweiz: Heimat der Älplermagronen, aber auch von Chugelipastete (Pastete mit Brätklösschen) und Eintopfgerichten wie Hafenchabis.
  • Tessin: Die Polenta, oft mit Käse, ist ein Grundnahrungsmittel. Auch Marroni (Esskastanien) und daraus hergestellte Produkte wie Vermicelles sind typisch. Der Zincarlìn ist ein charakteristischer Frischkäse.
  • Graubünden: Bekannt für Pizokel, Capuns, Maluns, Plain in Pigna und natürlich die berühmte Bündner Nusstorte und das Bündnerfleisch.

Diese kurze Übersicht zeigt, wie reichhaltig und vielfältig die Schweizer Küche ist. Zürich bietet einen hervorragenden Ausgangspunkt, um viele dieser Köstlichkeiten zu probieren.

Schweizer Käse und Schokolade: Weltberühmte Genüsse

Zwei Produkte haben der Schweiz zu weltweitem kulinarischem Ruhm verholfen: Käse und Schokolade. Ihre Qualität und Vielfalt sind beeindruckend.

Gibt man in Zürich im Restaurant Trinkgeld?
In der Schweiz ist der Gast nicht verpflichtet, Trinkgeld zu geben. In vielen Restaurants ist es jedoch üblich, ein Trinkgeld zu zahlen . Dieses beträgt etwa 10 Prozent oder wird auf einen runden Betrag aufgerundet.

Schweizer Käse

Die Schweiz ist ein Käseparadies. Aus der guten Schweizer Milch lassen sich unzählige Sorten herstellen – rund 450 sind im Inventar des Kulinarischen Erbes der Schweiz erfasst. Von schmelzend-weich über würzig bis rezent und löcherig ist alles dabei. Weltberühmt sind Sorten wie der Emmentaler (oft mit Löchern), der reife Appenzeller, der würzige Sbrinz oder der zu Rosetten geschabte Tête de Moine. Viele Käsesorten kommen direkt von der Alp und können auf Wochenmärkten entdeckt werden. Käsereibesichtigungen bieten oft die Möglichkeit, mehr über die Herstellung zu erfahren und verschiedene Sorten zu degustieren.

Schweizer Schokolade

Schweizer Schokolade hat einen exzellenten Ruf, der bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Daniel Peter entwickelte die Milchschokolade, und Rodolphe Lindt erfand die Conchierung, die zur zartschmelzenden Fondantschokolade führte. Schweizer Chocolatiers trugen massgeblich zur Verbreitung und Innovation bei, indem sie Geschäfte und Fabriken in ganz Europa eröffneten. Selbst die belgische Praline hat Schweizer Wurzeln, erfunden von Frédéric Neuhaus, Sohn eines nach Brüssel ausgewanderten Schweizers. Die Vielfalt reicht heute von Milchschokolade über dunkle Schokolade bis hin zu unzähligen Kreationen mit Nüssen, Früchten oder Füllungen. Ein Besuch in einer Zürcher Confiserie ist ein Muss für jeden Schokoladenliebhaber.

Kulinarisches Erbe der Schweiz

Die Bedeutung der traditionellen Schweizer Nahrungsmittel hat zur Gründung des Vereins Kulinarisches Erbe der Schweiz geführt. Dieser hat zwischen 2004 und 2009 über 400 traditionelle Produkte, ihre Herstellung, Eigenschaften und Geschichte dokumentiert. Dieses Inventar bewahrt das Wissen über die kulinarische Vielfalt des Landes für zukünftige Generationen.

Häufig gestellte Fragen

Gibt man in Zürich im Restaurant Trinkgeld?

Ja, in der Schweiz und somit auch in Zürich ist es üblich, im Restaurant Trinkgeld zu geben. Obwohl der Service im Preis inbegriffen ist, rundet man den Betrag meist auf oder gibt etwa 5-10% des Rechnungsbetrags als Anerkennung für guten Service. Es ist eine Geste der Wertschätzung.

Zürich bietet eine Fülle kulinarischer Erlebnisse, die von traditionellen Schweizer Gerichten bis hin zu spezifischen regionalen Spezialitäten reichen. Nutzen Sie Ihren Besuch, um die Vielfalt und Qualität der Schweizer Küche selbst zu entdecken.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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