Das renommierte Grand Hotel Heiligendamm an der Ostseeküste hat einen neuen Eigentümer. Nach turbulenten Wochen und einem geplatzten Verkauf steht fest: Der Hannoveraner Wirtschaftsprüfer und Unternehmer Paul Morzynski hat das insolvente Luxushotel erworben. Diese Entwicklung, die am 1. August 2013 bekannt gegeben wurde, markiert einen wichtigen Schritt für die Zukunft des historischen Hauses.

Morzynski äußerte sich bereits zu seinen Absichten. Er beabsichtige die Fortführung des Hotelbetriebs. Gleichzeitig ließ er verlauten, dass derzeit neue Ideen und Ansätze für den künftigen Betrieb entwickelt würden. Dies deutet auf eine aktive Gestaltung der Zukunft des Grand Hotels unter seiner Führung hin.
Ein erfahrener Unternehmer übernimmt
Wer ist der Mann, der nun die Geschicke des Grand Hotels Heiligendamm lenken will? Paul Morzynski ist in der deutschen Wirtschaft kein Unbekannter. Er ist als Wirtschaftsprüfer und Unternehmer in Hannover tätig. Seine Verbindung zum Hotelwesen ist ebenfalls vorhanden, da er bereits an dem Hotel Upstalsboom im nahegelegenen Kühlungsborn beteiligt ist. Darüber hinaus ist Morzynski Aufsichtsratschef der Halloren Schokoladenfabrik AG mit Sitz in Halle an der Saale, was seine vielfältigen unternehmerischen Engagements unterstreicht.
Die Finanzierung des Kaufs erfolgte nach Angaben von Morzynski zum größten Teil aus eigenen Mitteln. Die genaue Höhe des Kaufpreises wurde nicht veröffentlicht. Als Zeichen seiner Ernsthaftigkeit und finanziellen Solidität soll Morzynski nach Informationen von NDR 1 Radio MV eine sogenannte harte Finanzierungsbestätigung vorgelegt haben. Parallel zum Kauf wurden beim Amtsgericht Hannover bereits zwei neue Firmen unter dem Namen "Grand Resort Heiligendamm" eingetragen. Diese Firmen sind unter der gleichen Adresse wie Morzynskis Firmengruppe ansässig und haben laut Handelsregister das Betreiben des Grand Hotels als Unternehmens-Gegenstand.
Der gescheiterte Deal mit der Berliner Investorengruppe
Der Übernahme durch Paul Morzynski ging ein geplatzter Verkauf voraus. Ursprünglich war geplant, das Grand Hotel an eine Berliner Investorengruppe zu veräußern. Dieser Deal scheiterte endgültig in der Nacht zu Dienstag, dem 30. Juli 2013, also nur wenige Tage vor der Bekanntgabe des neuen Käufers. Der Grund für das Scheitern war, dass die Gruppe die letzte Frist zur Überweisung des vereinbarten Kaufpreises verstreichen ließ.
Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum, der seit der Insolvenz die Regie im Grand Hotel führte, trat daraufhin von dem Vertrag mit der Berliner Gruppe zurück. Diese Gruppe, deren Sprecher Ernst Bär war und die unter anderem aus der Beratungs- und Immobilienfirma Palladio AG sowie der Investitionsgesellschaft De & De Holding GmbH bestand, kündigte an, sich gegen Zumbaums Schritt zur Wehr zu setzen. Sie argumentierten, dass ihr Kaufvertrag noch nicht unwirksam sei und sie den Rücktritt zurückgewiesen hätten. Interessanterweise hatte die Gruppe bei ihrer Präsentation ursprünglich von türkischen Geldgebern gesprochen, die jedoch wenige Wochen später abgesprungen waren, was möglicherweise auf Finanzierungsschwierigkeiten hindeutete.
Mögliche juristische Auseinandersetzungen und Ermittlungen
Die Geschichte des Verkaufs des Grand Hotels Heiligendamm könnte auch nach dem erfolgreichen Abschluss mit Paul Morzynski noch ein juristisches Nachspiel haben. Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum räumte ein, dass es noch zu juristischen Auseinandersetzungen mit der gescheiterten Berliner Investorengruppe kommen könnte. Er schloss dabei auch einen langjährigen Rechtsstreit bis hin zu einer höchstrichterlichen Instanz nicht aus. Zumbaum betonte, dass Morzynski über die rechtlich nicht gesicherte Position gegenüber der Berliner Gruppe informiert sei und damit umgehen könne. Dies zeigt, dass der Kauf trotz des neuen Eigentümers möglicherweise noch nicht vollständig frei von rechtlichen Risiken ist, zumindest in Bezug auf die Abwicklung des vorherigen Vertrags.
Hinzu kommt, dass die Berliner Investorengruppe bereits Anfang Juli 2013 in die Schlagzeilen geraten war. Büros und Wohnräume der an der Gruppe beteiligten Personen in Berlin wurden damals durchsucht. Die Rostocker Staatsanwaltschaft hatte Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des banden- und gewerbsmäßigen Betruges gegen sechs am Hotelkauf beteiligte Personen eingeleitet. Unter diesen Personen befindet sich auch ein Berliner Notar, dem vorgeworfen wird, den Käufern eine falsche Finanzierungsbestätigung ausgestellt zu haben. Dieser Betrugsverdacht wirft ein weiteres Licht auf die Hintergründe des gescheiterten ersten Verkaufsversuchs.
Die Geschichte des Grand Hotels Heiligendamm
Das Grand Hotel Heiligendamm blickt auf eine bewegte jüngere Geschichte zurück. Erst im Juni 2013, kurz vor diesen turbulenten Verkaufsereignissen, hatte das Hotel sein zehnjähriges Bestehen seit der Wiedereröffnung in seiner heutigen Form gefeiert. Die Insolvenz des Hotels wurde Ende Februar 2012 von der Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co, die zur Jagdfeld-Gruppe gehörte und als Hotelbetreiber fungierte, angemeldet. Seitdem lag die Regie des illustren Hauses in den Händen von Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum.
Weltweite Aufmerksamkeit erlangte das Grand Hotel Heiligendamm im Jahr 2007, als es Tagungsort des G8-Gipfels war. Dieses Ereignis rückte das Luxushotel und seinen Standort an der Ostsee international ins Rampenlicht. Trotz der Insolvenz und der unsicheren Eigentumsverhältnisse in der jüngsten Vergangenheit scheint das Hotel bei den Gästen beliebt zu sein. Nach Angaben einer Sprecherin war das Haus zum Zeitpunkt der Verkaufsnachricht seit Wochen ausgebucht. Dies unterstreicht das Potenzial, das der neue Eigentümer in dem Objekt sieht.
Auswirkungen für die Mitarbeiter
Für die rund 240 Mitarbeiter des Grand Hotels Heiligendamm war die Nachricht vom Verkauf von großer Bedeutung. Sie wurden vom Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum persönlich über den erfolgreichen Abschluss des Verkaufs an Paul Morzynski informiert. Die Absicht des neuen Eigentümers, den Hotelbetrieb fortzuführen, dürfte für die Belegschaft eine positive Nachricht sein und eine Perspektive für ihre Arbeitsplätze bieten.
Vergleich der Käufersituationen
| Aspekt | Paul Morzynski (Neuer Käufer) | Berliner Gruppe (Gescheiterter Käufer) |
|---|---|---|
| Status | Käufer | Gescheiterter Bieter, strittigen Vertrag |
| Wohnort/Herkunft | Hannover | Berlin |
| Beruf/Tätigkeit | Wirtschaftsprüfer, Unternehmer | Investoren, Berater (Palladio AG, De & De Holding GmbH) |
| Finanzierung | Zum Großteil aus eigenen Mitteln, "harte Finanzierungsbestätigung" | Verpasste Zahlungsfrist, türkische Geldgeber abgesprungen |
| Vertragsstatus | Vertrag abgeschlossen | Vertrag durch Insolvenzverwalter gekündigt, Gruppe wehrt sich |
| Rechtliche Situation | Kenntnis von mögl. Auseinandersetzungen mit Vor-Gruppe | Ermittlungen wegen Betrugsverdachts gegen Beteiligte |
| Absicht | Fortführung des Hotelbetriebs, Entwicklung neuer Ansätze | Unbekannt (Deal gescheitert) |
Häufig gestellte Fragen zum Verkauf
Wer hat das Grand Hotel Heiligendamm gekauft?
Das Hotel wurde vom Hannoveraner Wirtschaftsprüfer und Unternehmer Paul Morzynski gekauft.
Warum wurde das Hotel nicht an die Berliner Investorengruppe verkauft?
Die Berliner Gruppe hat die letzte Frist zur Überweisung des Kaufpreises verstreichen lassen. Daraufhin trat der Insolvenzverwalter vom Vertrag zurück.
Gibt es rechtliche Probleme nach dem Verkauf?
Der Insolvenzverwalter schließt juristische Auseinandersetzungen mit der gescheiterten Berliner Gruppe nicht aus. Gegen die Berliner Gruppe und involvierte Personen, darunter ein Notar, wird zudem wegen Betrugsverdachts ermittelt.
Was passiert mit den Mitarbeitern des Hotels?
Der neue Eigentümer Paul Morzynski beabsichtigt, den Hotelbetrieb fortzuführen.
Wann war das Grand Hotel Heiligendamm insolvent geworden?
Das Hotel meldete Ende Februar 2012 Insolvenz an.
War das Hotel vor dem Verkauf erfolgreich?
Nach Angaben einer Sprecherin war das Hotel zum Zeitpunkt der Verkaufsnachricht seit Wochen ausgebucht.
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