Wem gehört Limbecker Platz Essen?

Das Einkaufszentrum Limbecker Platz Essen

Rating: 4.5 (4022 votes)

Der Limbecker Platz in Essen ist weit mehr als nur ein Einkaufszentrum – er ist ein zentraler Treffpunkt, ein architektonisches Highlight und ein wichtiger Teil der Stadtgeschichte. Gelegen im Herzen Essens, zieht dieses imposante Gebäude täglich Tausende von Besuchern an und bietet eine riesige Vielfalt an Geschäften, Gastronomie und Dienstleistungen. Doch der Weg zum heutigen Limbecker Platz war lang und von bedeutenden Veränderungen geprägt, die das Stadtbild nachhaltig verändert haben. Tauchen Sie mit uns ein in die Welt dieses modernen Centers und entdecken Sie seine spannende Vergangenheit und beeindruckende Gegenwart.

Wie viel kostet Limbecker Platz?
Parkhaus - 330 Parkplätze Parktarife: - je angefangene Std.: ab 1,80 € (laut Displayanzeige). Kinotarif (max. 5 Std., danach Normaltarif): 3,00 €.

Die Wurzeln: Vom Kaufhaus Althoff zum modernen Center

Bevor der heutige Limbecker Platz seine Pforten öffnete, stand an dieser Stelle ein Gebäude mit einer reichen Historie: das Kaufhaus Althoff, später bekannt als Karstadt-Kaufhaus. Dieses traditionsreiche Haus von Theodor Althoff aus dem Jahr 1912 war ein Wahrzeichen Essens. Allerdings entsprach das Gebäude, insbesondere das Innere aus Stahlbeton, nicht mehr den modernen Anforderungen und litt stark unter den Bergschäden der Region, was zu einem Höhenunterschied von einem ganzen Meter über die Breite des Hauses führte. Nur die Sandsteinfassade war ein Überbleibsel der ursprünglichen Pracht, stand aber nicht unter Denkmalschutz.

Die Entscheidung fiel, das alte Karstadt-Kaufhaus zu schließen, was am 1. März 2008 endgültig geschah. Kurz darauf, Mitte März 2008, begannen die Abbrucharbeiten, da der Bauzustand eine Sanierung nicht wirtschaftlich erscheinen ließ. Ein besonders markantes Ereignis war die Sprengung des 35 Meter hohen Turms am 1. Juni 2008. Mit 15 Kilogramm Sprengstoff und 80 Zündern wurde der letzte stehende Teil des alten Karstadt-Gebäudes zu Fall gebracht – ein symbolträchtiger Akt, der den Weg für Neues ebnete.

Auch andere Gebäude in der Umgebung mussten dem ambitionierten Neubauprojekt weichen, darunter das Karstadt-Sporthaus, das Gebäude des Kaufhauses SinnLeffers (vormals Quelle) sowie mehrere Imbiss-Stände, um Platz für das weitläufige Einkaufszentrum zu schaffen.

Planung und Realisierung: Ein Großprojekt für Essen

Die Entwicklung des Limbecker Platzes war ein mehrjähriges Großprojekt. Bereits im Mai 2006 begannen die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt. Dieser umfasste zunächst den Abriss des Karstadt Sport-Gebäudes, der Anfang Juni 2006 abgeschlossen war. Es folgte der Abriss des SinnLeffers-Kaufhauses, der Anfang Juli 2006 beendet wurde.

Eine Besonderheit war die Fußgängerbrücke, die von SinnLeffers über die Ostfeldstraße zu einem Parkhaus führte. Diese Brücke wurde für die Bauarbeiten ausgehängt, auf dem Gelände des ehemaligen Großmarktes/Güterbahnhofs zwischengelagert und Ende 2007 wieder am neuen Gebäude eingehängt. Die offizielle Grundsteinlegung für das neue Einkaufszentrum fand am 13. September 2006 statt und markierte einen wichtigen Meilenstein im Bauprozess.

Ab Mai 2007 wurde parallel mit dem Aufbau der Fassade und dem Innenausbau begonnen. Nach der Schließung des alten Karstadt-Gebäudes im März 2008 konnten dann die finalen Abbruchvorbereitungen und der Abriss des Hauptgebäudes zügig durchgeführt werden, um den Weg für die Fertigstellung des modernen Einkaufszentrums freizumachen.

Die Akteure: Wer steht hinter dem Limbecker Platz?

Die Frage, wem der Limbecker Platz gehört oder wer dahintersteckt, ist bei solch großen Projekten oft vielschichtig. Die Realisierung des Einkaufszentrums war eine Kooperation mehrerer Projektpartner. Dazu gehörten die KarstadtQuelle AG (die das Center ursprünglich zu einem großen Teil mit eigenen Filialen füllen wollte), die ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG, und die Union Investment Real Estate AG.

In der Praxis bedeutet dies, dass die ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG als Entwickler und Betreiber des Centers fungiert. Sie ist verantwortlich für das Management, die Vermietung und den Betrieb des Einkaufszentrums im Alltag. Die Union Investment Real Estate AG ist ein Immobilien-Investmentunternehmen und somit als Investor und Miteigentümer des Objekts beteiligt. KarstadtQuelle (heute Galeria) war ursprünglich ein wichtiger Partner und Ankermieter, dessen Rolle sich jedoch im Laufe der Zeit und insbesondere durch die jüngsten Entwicklungen verändert hat. Man kann also sagen, dass der Limbecker Platz im Eigentum einer Investorengruppe steht, wobei die ECE als professioneller Betreiber das operative Geschäft führt.

Architektur: Ein schwingendes Kleid aus Glas und Aluminium

Die architektonische Gestaltung des Limbecker Platzes stammt vom renommierten Architekturbüro Henn aus München. Die Fassade ist darauf ausgelegt, die Assoziation eines schwingenden Kleides hervorzurufen – eine ungewöhnliche und auffällige Metapher für ein Einkaufszentrum. An den Eingängen wird der untere Fassadenabschluss elegant angehoben, was den Blick auf die dahinterliegende Glasfassade freigibt und für Transparenz sorgt.

Die Aluminiumfassade ist mit zahlreichen Lichtern versehen, die bei Dunkelheit den Eindruck von funkelnden Pailletten vermitteln sollen und dem Gebäude eine besondere Dynamik und Ästhetik verleihen. Trotz des vollständigen Neubaus wurde die Geschichte des Ortes nicht vergessen. Zur Erinnerung an das alte Kaufhaus Althoff wurden Bilder und einige Sandsteine aus der alten Fassade im neuen Einkaufszentrum ausgestellt. An der Stelle des Haupteingangs an der Limbecker Straße, wo einst das alte Kaufhaus stand, wurde sogar ein Teil der historischen Sandsteinfassade in die neue Architektur integriert. Ein dort installiertes Bild des alten Kaufhauses dient als visueller Hinweis auf den historischen Hintergrund dieser Elemente.

Wie groß ist der Limbecker Platz Essen?
Der Limbecker Platz Essen ist mit 70.000 qm Verkaufsfläche und mehr als 200 Shops eines der größten innerstädtischen Einkaufszentren Deutschlands.

Das Einkaufserlebnis: Vielfalt auf 70.000 Quadratmetern

Am 22. Oktober 2009 öffnete der neue Limbecker Platz feierlich seine Türen und präsentierte sich der Öffentlichkeit als eines der größten innerstädtischen Einkaufszentren Deutschlands. Die Kosten für das gesamte Projekt beliefen sich auf rund 300 Millionen Euro.

Auf einer beeindruckenden Verkaufsfläche von 70.000 Quadratmetern, verteilt über dreieinhalb Verkaufsebenen, beherbergt das Center rund 200 Geschäfte. Der Branchenmix ist vielfältig und bietet das typische Spektrum eines modernen Einkaufszentrums: zahlreiche Einzelhandelsketten aus den Bereichen Mode, Elektronik, Drogerie, Bücher und mehr, eine breite Auswahl an Gastronomiebetrieben von Cafés über Restaurants bis hin zu Fast Food, sowie diverse Dienstleister wie Friseure, Banken oder Reisebüros.

Ursprünglicher Ankermieter auf einer Fläche von 19.000 m² war Karstadt, später bekannt als Galeria Kaufhof bzw. Galeria. Diese große Fläche prägte das Angebot des Centers maßgeblich. Täglich besuchen im Durchschnitt etwa 51.000 Menschen den Limbecker Platz, dessen erweitertes Einzugsgebiet vom Betreiber auf über 245.000 Einwohner beziffert wird. Das Center ist zudem ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und beschäftigt rund 2000 Angestellte.

Ein Blick in die Zukunft: Die Nachnutzung der Galeria-Fläche

Eine bedeutende Veränderung für den Limbecker Platz ergab sich im Rahmen der wiederholten Insolvenz und Restrukturierung der Warenhauskette Galeria. Die große Filiale, die sich über drei Etagen erstreckte und einst der zentrale Ankerpunkt des Centers war, wurde am 22. August 2024 geschlossen. Dieser Leerstand stellt das Center vor eine neue Herausforderung, bietet aber auch Chancen zur Neugestaltung.

Der Betreiber, die ECE, plant bereits aktiv die Nachnutzung dieser riesigen Fläche. Die Absicht ist, den ehemaligen Galeria-Bereich in kleinere, attraktive Einheiten aufzuteilen. Dies ermöglicht es, neue Mieter mit unterschiedlichen Konzepten und Branchen in das Center zu holen und den Branchenmix weiter zu diversifizieren. Diese Entwicklung zeigt die dynamische Natur des Einzelhandels und die Notwendigkeit, sich ständig anzupassen, um für Besucher attraktiv zu bleiben.

Verkehrsanbindung und Parkmöglichkeiten

Die Erreichbarkeit ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg eines Einkaufszentrums. Der Limbecker Platz profitiert von einer hervorragenden Anbindung sowohl an den öffentlichen Nahverkehr als auch an das Straßennetz.

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der Ruhrbahn ist das Center optimal über die zentrale Haltestelle Berliner Platz erreichbar. Diese wird von zahlreichen Buslinien angefahren, sowie von Stadtbahnen, die unterirdisch auf zwei Ebenen in Nord-Süd-Richtung verkehren, und Straßenbahnen in Ost-West-Richtung. Besonders praktisch ist, dass der ehemalige Aufgang des U-Bahnhofs an der Limbecker Straße direkt in das Einkaufszentrum integriert wurde, was einen wettergeschützten und direkten Zugang ermöglicht.

Für Besucher, die mit dem Auto anreisen, befindet sich in relativer Nähe des Centers die Abfahrt Essen-Zentrum der Autobahn A40. Um den großen Besucherstrom zu bewältigen, wurde im Zuge des Neubaus auch die Parkplatzsituation neu gestaltet. Das alte Karstadt-Parkhaus mit über 600 Parkplätzen wurde im Dezember 2007 abgerissen. An seiner Stelle wurden in den oberen Etagen (2. bis 4. Obergeschoss sowie auf dem Dach) des neuen Gebäudes großzügige Parkflächen für rund 2000 PKW geschaffen.

Begleitend zu den Bauarbeiten am Center selbst wurden auch umfangreiche Umbaumaßnahmen an den umliegenden Straßen vorgenommen, darunter die Ostfeldstraße, Friedrich-Ebert-Straße und der Berliner Platz. Diese Maßnahmen umfassten unter anderem den Bau neuer Zufahrten zu den Parkebenen des Centers sowie die Vereinfachung der Verkehrsführung durch den Umbau des Berliner Platzes in einen Kreisverkehr, was den Verkehrsfluss verbessern sollte.

Zwischenfälle während der Bauphase

Wie bei vielen Großprojekten gab es auch während der Bauzeit des Limbecker Platzes unvorhergesehene Ereignisse. Am 24. Oktober 2006 wurde auf dem Baugrundstück eine Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Aufgrund ihres empfindlichen Säurezünders musste die Bombe unverzüglich entschärft werden. Glücklicherweise verlief die Entschärfung ohne Komplikationen und ohne Folgen für die Anwohner oder die Baustelle, was das Engagement der Entschärfer unterstreicht.

Wem gehört Limbecker Platz Essen?
Limbecker Platz (Einkaufszentrum)Limbecker PlatzVerkaufsfläche:70.000 m²Geschäfte:200Besucher:51.118 täglichBetreiber:ECE Projektmanagement

Zahlen und Fakten zum Limbecker Platz

Hier finden Sie die wichtigsten Daten zum Einkaufszentrum Limbecker Platz auf einen Blick:

MerkmalWert
Eröffnung22. Oktober 2009
BaukostenRund 300 Millionen Euro
Gesamtverkaufsfläche70.000 Quadratmeter
Anzahl der GeschäfteRund 200
Verkaufsebenen3,5
Tägliche Besucher (Durchschnitt)Ca. 51.000
Anzahl der MitarbeiterRund 2000
Anzahl der ParkplätzeRund 2000
Ehemalige Galeria-Fläche19.000 Quadratmeter (geschlossen 22.08.2024)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wem gehört der Limbecker Platz Essen?

Der Limbecker Platz Essen gehört nicht einer einzelnen Person, sondern einer Investorengruppe. Zu den Projektpartnern gehörten die ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG, die als Entwickler und Betreiber fungiert, und die Union Investment Real Estate AG, ein Immobilien-Investmentunternehmen, das als Miteigentümer beteiligt ist.

Wie viel hat der Bau des Limbecker Platzes gekostet?

Die Kosten für die Realisierung des Einkaufszentrums Limbecker Platz in Essen beliefen sich auf rund 300 Millionen Euro.

Wie groß ist der Limbecker Platz Essen?

Der Limbecker Platz Essen verfügt über eine Gesamtverkaufsfläche von 70.000 Quadratmetern und ist damit eines der größten innerstädtischen Einkaufszentren in Deutschland. Er beherbergt rund 200 Geschäfte.

Wann wurde der Limbecker Platz eröffnet?

Das moderne Einkaufszentrum Limbecker Platz wurde am 22. Oktober 2009 eröffnet.

Was war früher an der Stelle des Limbecker Platzes?

An der Stelle des heutigen Limbecker Platzes stand früher das traditionsreiche Kaufhaus Althoff, das später als Karstadt-Kaufhaus bekannt war. Dieses wurde aufgrund seines schlechten Zustands abgerissen.

Warum wurde das alte Karstadt-Gebäude abgerissen?

Das alte Karstadt-Gebäude (ehemals Kaufhaus Althoff) wurde abgerissen, weil es sich in einem sehr schlechten Bauzustand befand, unter anderem bedingt durch Bergschäden, die zu erheblichen Setzungen führten. Eine Sanierung wurde als unwirtschaftlich angesehen.

Wie viele Geschäfte gibt es im Limbecker Platz?

Im Limbecker Platz Essen gibt es auf den dreieinhalb Verkaufsebenen rund 200 Geschäfte aus verschiedenen Branchen, Gastronomie und Dienstleistungen.

Gibt es Parkplätze im Limbecker Platz?

Ja, das Einkaufszentrum verfügt über ein eigenes Parkhaus in den oberen Etagen (2. bis 4. Obergeschoss sowie Dach) mit Platz für rund 2000 PKW.

Was passiert mit der ehemaligen Galeria-Fläche im Limbecker Platz?

Nach der Schließung der Galeria-Filiale im August 2024 plant der Betreiber ECE, die leerstehende Fläche von 19.000 Quadratmetern in kleinere Einheiten aufzuteilen, um neue Mieter anzusiedeln und den Branchenmix zu erweitern.

Der Limbecker Platz in Essen bleibt ein dynamischer Ort, der sich ständig weiterentwickelt. Seine Geschichte, seine beeindruckende Größe und Architektur sowie sein vielfältiges Angebot machen ihn zu einem zentralen Anlaufpunkt für das Einkaufs- und Freizeiterlebnis in der Region.

Hat dich der Artikel Das Einkaufszentrum Limbecker Platz Essen interessiert? Schau auch in die Kategorie Gastronomie rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!

Avatar-Foto

Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

Go up