Willkommen in Maintal-Hochstadt, einem faszinierenden Stadtteil im Herzen von Maintal, gelegen im hessischen Main-Kinzig-Kreis. Als geographisches Zentrum Maintals und Sitz der Stadtverwaltung spielt Hochstadt eine wichtige Rolle für die gesamte Stadt. Nur etwa 15 Kilometer östlich von Frankfurt am Main und 5 Kilometer südöstlich von Hanau gelegen, bietet Hochstadt eine attraktive Lage im prosperierenden Rhein-Main-Gebiet. Der Ort blickt auf eine lange und wechselvolle Geschichte zurück, die sich in seinen historischen Bauwerken und der Entwicklung seiner Bevölkerungsstruktur widerspiegelt.

Historischer Überblick
Die Geschichte von Hochstadt reicht weit zurück. Die älteste erhaltene Erwähnung des Ortes findet sich in einer Urkunde aus dem Jahr 846, wo er als "Hohunsteter marca" bezeichnet wird. Weitere historische Namensformen sind Hohstat (1256) und Hohinstat (1265).
Über die Jahrhunderte hinweg gehörte Hochstadt zu verschiedenen Herrschaftsgebieten. Es war Teil des Kurfürstentums Mainz, wurde aber als Lehen an Hanau vergeben. In der Herrschaft und späteren Grafschaft Hanau, ab 1458 der Grafschaft Hanau-Münzenberg, gehörte Hochstadt zum Amt Büchertal. Zahlreiche andere Rechte und Güter, wie die der Klöster Lorsch, Fulda und Haina oder der Herren von Eppstein, bestanden ebenfalls.
Um das Jahr 1350 wurde die heute noch weitgehend erhaltene Ringmauer errichtet, ein eindrucksvolles Zeugnis der mittelalterlichen Befestigung des Ortes. Die Reformation prägte ebenfalls die konfessionelle Landschaft. Nach einer anfänglich lutherischen Ausprägung setzte Graf Philipp Ludwig II. ab 1597 im Rahmen einer "zweiten Reformation" die reformierte Kirchenpolitik in der Grafschaft Hanau-Münzenberg weitgehend verbindlich durch, so auch in Hochstadt. Später gab es neben der reformierten auch wieder eine lutherische Gemeinde.
Nach dem Tod des letzten Hanauer Grafen, Johann Reinhard III., im Jahr 1736, erbte Landgraf Friedrich I. von Hessen-Kassel die Grafschaft Hanau-Münzenberg und damit auch das Amt Büchertal mit Hochstadt.
Während der napoleonischen Zeit stand Hochstadt von 1806 bis 1810 unter französischer Militärverwaltung und gehörte dann von 1810 bis 1813 zum Großherzogtum Frankfurt. Anschließend fiel es an Hessen-Kassel zurück, das nun als Kurfürstentum Hessen firmierte. Eine bedeutende Verwaltungsreform fand 1821 statt, als das Amt Büchertal dem neu gebildeten Landkreis Hanau zugeschlagen wurde.
Am 1. Juli 1974 markierte ein wichtiges Datum für Hochstadt: Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schlossen sich die Gemeinden Hochstadt, Bischofsheim, Wachenbuchen sowie die Stadt Dörnigheim kraft Landesgesetz zur neuen Stadt Maintal zusammen.
Geographie und Lage
Hochstadt liegt strategisch günstig im geographischen Zentrum der Stadt Maintal auf einer Höhe von 127 Metern über Normalnull. Die Nähe zu bedeutenden Städten wie Frankfurt am Main (ca. 15 km westlich) und Hanau (ca. 5 km südöstlich) unterstreicht die Attraktivität des Standortes im Ballungsraum Rhein-Main.
Die Grenzen von Hochstadt sind klar definiert:
- Im Westen: Stadtteil Bischofsheim
- Im Süden: Stadtteil Dörnigheim
- Im Osten: Siedlung Hanau-Hohe Tanne
- Im Nordosten: Stadtteil Wachenbuchen
- Im Norden: Gemeinde Schöneck
Im Hochstädter Wald finden sich zudem zwei Gruppen von Hügelgräbern, die auf eine prähistorische Besiedlung hindeuten: das Gräberfeld Töngeswald (wahrscheinlich Hügelgräberbronzezeit) und im Walddistrikt Burghege (Hallstattzeit). Diese wurden bereits Ende des 19. Jahrhunderts ausgegraben.
Einwohnerentwicklung und Demographie
Die Bevölkerungsentwicklung von Hochstadt lässt sich anhand historischer Aufzeichnungen gut nachvollziehen. Bereits 1587 wurden 67 Schützen und 39 Spießer gezählt. Die Zahl der Dienstpflichtigen (Familien) betrug 1632 98 und 1707 102. Im Jahr 1753/54 wurden 107 Haushaltungen und 1 Jude mit insgesamt 602 Personen gezählt.
Eine detailliertere Auflistung der Einwohnerzahlen liegt für die Zeit ab Mitte des 18. Jahrhunderts vor und zeigt eine stetige Entwicklung:
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1753 | 602 |
| 1821 | 569 |
| 1834 | 695 |
| 1840 | 747 |
| 1846 | 810 |
| 1852 | 862 |
| 1858 | 797 |
| 1864 | 841 |
| 1871 | 884 |
| 1875 | 945 |
| 1885 | 963 |
| 1895 | 1.067 |
| 1905 | 1.303 |
| 1910 | 1.460 |
| 1925 | 1.616 |
| 1939 | 1.719 |
| 1946 | 2.428 |
| 1950 | 2.592 |
| 1956 | 2.560 |
| 1961 | 2.972 |
| 1967 | 4.178 |
| 1970 | 4.253 |
| 2003 | 5.300 |
| 2006 | 5.270 |
| 2012 | 5.430 |
| 2015 | 5.743 |
| 2018 | 6.190 |
| 2022 | 6.239 |
| 2024 | 6.213 |
Die Tabelle veranschaulicht das Wachstum über die Jahrhunderte. Die jüngsten verfügbaren Daten für das Jahr 2024 weisen eine Einwohnerzahl von 6.213 Personen aus.
Auch die konfessionelle Zugehörigkeit wurde historisch erfasst. Im Jahr 1885 waren 94,75 % der Einwohner evangelisch, 1,78 % katholisch und 3,46 % jüdisch. 1961 betrug der Anteil der evangelischen Einwohner 82,07 % und der katholischen 14,00 %.
Sehenswürdigkeiten und Kultur
Hochstadt bietet eine Reihe historischer und kultureller Highlights, die seine lange Geschichte lebendig werden lassen. Zu den markantesten Wahrzeichen des Stadtteils gehören das erhöht gelegene Obertor, ein integraler Bestandteil der noch weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Ringmauer, sowie das nördlich gelegene Schützenhäuschen aus der frühen Neuzeit, eingebettet in die charakteristischen Streuobstwiesen der Region.
Das bedeutendste Baudenkmal ist zweifellos die in der Nähe des Obertores befindliche Wehrkirche St. Kilian. Wesentliche Teile der Kirche und ihrer Umfassungsmauer stammen aus der Zeit vor der ersten Jahrtausendwende, was ihre besondere historische Bedeutung unterstreicht. Im Inneren birgt die Kirche wertvolle Decken- und Wandmalereien, die von großem kunsthistorischem Wert sind. Eine Besonderheit ist der Gedenkstein für die 1642 am Ort geborenen und nach wenigen Tagen bereits verstorbenen Siamesischen Zwillinge Schernink. Der Wehrturm am Zugang zur Kirche dient heute als Glocken- und Uhrturm, während der ursprüngliche Kirchturm nicht mehr existiert.

Hochstadt ist zudem ein Teil der Hessischen Apfelweinstraße, die von Frankfurt nach Hanau führt und das größte zusammenhängende Streuobstwiesen-Gebiet Hessens erschließt. Die in der Gemarkung Hochstadt noch vorhandenen alten Speierlings-Bäume sind dabei von besonderer Bedeutung für die regionale Kulturlandschaft und Biodiversität.
Wirtschaft und Infrastruktur
Als Teil des prosperierenden Rhein-Main-Gebiets profitiert Hochstadt von einer guten wirtschaftlichen Grundlage und einer hervorragenden Infrastruktur. Im Süden grenzt der Stadtteil direkt an das Gewerbegebiet Maintal-Mitte, das zahlreichen Betrieben als Standort dient und Arbeitsplätze bietet.
Ein wichtiger Arbeitgeber am Ort ist die Norma-Rasmussen GmbH, ein auf Verbindungstechnik spezialisierter Zulieferer der Automobilindustrie. Das Werk hat seine historischen Wurzeln in der Zschopauer Maschinenfabrik J. S. Rasmussen, bekannt für die Marke DKW.
Eine lange Tradition hat in Hochstadt auch die Herstellung von Apfelwein, einem regionaltypischen Getränk. Die Landkelterei Höhl, seit 1779 am Ort ansässig, zählt zu den ältesten Apfelweinkeltereien in Deutschland und ist ein fester Bestandteil des Wirtschaftslebens und der regionalen Kultur.
Ein historisch bedeutendes Unternehmen war das Furnierwerk Kling, einst führend in Europa, das heute jedoch geschlossen ist. Auf dem Gelände des ehemaligen Werks wurde das moderne Wohngebiet "Klingsee" entwickelt.
Die Verkehrsanbindung ist sowohl im öffentlichen Nahverkehr als auch im Straßennetz gut ausgebaut. Der Bahnhof Maintal Ost liegt im Süden Hochstadts an der wichtigen Bahnstrecke Frankfurt–Hanau und wird von Regionalzügen bedient, die eine schnelle Verbindung in die umliegenden Zentren ermöglichen. Die Bahnstrecke bildet gleichzeitig eine natürliche Trennlinie zum südlich gelegenen Stadtteil Dörnigheim.
Auch die Bundesautobahn 66 verläuft durch den Stadtteil und trennt den historischen Ortskern vom südlich gelegenen Gewerbegebiet und dem Wohngebiet Klingsee. Über gut ausgebaute Landstraßen sind die anderen Maintaler Stadtteile sowie die benachbarte Siedlung Hanau-Hohe Tanne in wenigen Minuten erreichbar.
Wappen und Flagge
Das Wappen des Stadtteils Hochstadt wurde am 16. September 1963 durch das Hessische Innenministerium genehmigt. Es zeigt in Gold ein rotes H, über dessen Mittelbalken ein nach links weisender Haken gelegt ist. Das rote H steht selbsterklärend für den Ortsnamen Hochstadt. Der Haken ist die alte, historisch verwendete Ortsmarke. Die Farben Rot und Gold verweisen auf die historische Zugehörigkeit zur Grafschaft Hanau, zu der der Ort früher gehörte.
Die Flagge von Hochstadt wurde am 23. März 1965 ebenfalls durch das Hessische Innenministerium genehmigt. Sie wird wie folgt beschrieben: "Zwischen schmalen goldenen Seitenstreifen eine breite rote Mittelbahn. Darin in der oberen Hälfte das Wappen."
Bekannte Persönlichkeiten
Mehrere bekannte Persönlichkeiten sind mit Hochstadt verbunden und haben hier ihre Wurzeln oder ihren Lebensmittelpunkt gefunden:
- Johann Philipp Böhm (1683–1749): Ein in Hochstadt geborener reformierter Pfarrer, der später eine bedeutende Rolle in Pennsylvania spielte.
- Lothar Klemm (* 1949): Ein ebenfalls in Hochstadt geborener Politiker, der als Staatsminister und Abgeordneter des Hessischen Landtags tätig war.
- Philipp Stein (1859–1926): Beigeordneter (SPD) und Abgeordneter des Provinziallandtages der preußischen Provinz Hessen-Nassau.
- Hans Ticha (* 1940): Ein bekannter Maler, Grafiker und Buchillustrator, der in Hochstadt lebt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Um Ihnen schnell die wichtigsten Informationen zu liefern, haben wir einige häufig gestellte Fragen zu Maintal-Hochstadt basierend auf den verfügbaren Daten beantwortet:
Wie viele Einwohner hat Maintal-Hochstadt aktuell?
Laut den jüngsten verfügbaren Daten für das Jahr 2024 hat Maintal-Hochstadt 6.213 Einwohner.
Wann wurde Hochstadt das erste Mal urkundlich erwähnt?
Die älteste erhaltene Erwähnung von Hochstadt stammt aus einer Urkunde aus dem Jahr 846, unter dem Namen "Hohunsteter marca".
Welche historischen Sehenswürdigkeiten gibt es in Hochstadt?
Zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten zählen das mittelalterliche Obertor als Teil der alten Ringmauer sowie die historische Wehrkirche St. Kilian mit ihren wertvollen Malereien.
Wann wurde Hochstadt Teil der Stadt Maintal?
Hochstadt wurde am 1. Juli 1974 im Zuge der hessischen Gebietsreform zusammen mit den anderen Stadtteilen zur Stadt Maintal zusammengeschlossen.
Gibt es alteingesessene Betriebe in Hochstadt?
Ja, die Landkelterei Höhl, gegründet 1779, ist eine der ältesten Apfelweinkeltereien in Deutschland und hat ihren Sitz in Hochstadt.
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