Der englische Landschaftsgarten unterscheidet sich grundlegend von streng geometrischen Gartenstilen. Er versucht, die Natur zu idealisieren und eine Szenerie zu schaffen, die gleichzeitig natürlich wirkt und doch sorgfältig gestaltet ist. Statt gerader Linien und symmetrischer Beete dominieren im englischen Garten geschwungene Wege, sanfte Hügel und scheinbar zufällig angeordnete Pflanzengruppen. Es ist ein Stil, der Romantik und eine gewisse Wildheit ausstrahlt und den Betrachter auf eine Entdeckungsreise durch die Landschaft mitnimmt.

Die Philosophie hinter dem natürlichen Look
Die Idee des englischen Landschaftsgartens entstand im 18. Jahrhundert als Gegenbewegung zum formalen französischen Garten. Man wollte weg von gestutzten Hecken und exakten Formen hin zu einer freieren, malerischen Gestaltung. Diese
Dieser Stil legt Wert auf fließende Übergänge und eine harmonische Integration in die umgebende Landschaft. Bäume werden oft solitär oder in kleinen Gruppen gepflanzt, um malerische Ausblicke zu schaffen. Wasserläufe oder Teiche sind organisch geformt und wirken wie natürliche Gewässer. Der Fokus liegt auf der Schaffung von Stimmungen und Bildern, die an Gemälde erinnern.
Die Pflanzenwelt: Struktur und Akzente
Obwohl der englische Garten für seine Blütenpracht bekannt sein kann, ist der Anteil an rein blühenden Pflanzen im Gesamtbild oft geringer als man denkt. Der Hauptanteil der Bepflanzung besteht aus Sträuchern und Büschen, die das ganze Jahr über Struktur und Volumen bieten. Immergrüne Gehölze sorgen auch im Winter für grüne Farbtupfer. Die blühenden Pflanzen kommen vorrangig in Form von dichten Staudenbeeten vor, die den Eindruck einer üppigen, aber nicht überladenen Blütenfülle erwecken. Diese Beete sind so gestaltet, dass sie über viele Monate des Jahres hinweg interessante Aspekte bieten, sei es durch Blüten, Blattwerk oder Fruchtstände.
Typische Staudenbeete und ihre Bewohner
Ein wesentliches Merkmal des englischen Gartens sind die üppigen Staudenrabatten. Hier geht es weniger um streng geordnete Reihen als vielmehr um ein natürlich wirkendes Miteinander verschiedener Pflanzenarten. Dichte Stauden mit einem etwas wilderen Aussehen passen perfekt zu diesem Gartenstil. Sie füllen die Beete aus und schaffen eine reiche Textur.
Der stattliche Rittersporn (Delphinium)
Ein Klassiker in englischen Gärten ist der Rittersporn. Mit seinen beeindruckenden Blütenkerzen, die bis zu 2 Meter hoch wachsen können, setzt er vertikale Akzente im Beet. Er blüht ab Juni in wunderschönen Blau- und Weißtönen. Sorten mit ungefüllten Blüten sind besonders wertvoll, da sie Insekten wie Bienen ein wichtiges Nahrungsangebot bieten. Rittersporn benötigt einen sonnigen Standort und Schutz vor Wind, um seine stattliche Höhe zu erreichen, ohne umzukippen.
Der leuchtende Klatschmohn (Papaver rhoeas)
Der heimische Klatschmohn bringt mit seinem leuchtenden Rot eine wunderbare, etwas kurzlebige Farbexplosion ins Beet. Er blüht typischerweise von Mai bis Juni und erreicht eine Höhe von etwa 50 cm. Sein „wildes“ Aussehen passt hervorragend zum natürlichen Stil des englischen Gartens. Klatschmohn sät sich oft selbst aus und taucht an unerwarteten Stellen auf, was den Charme des Ungeplanten verstärkt. Er ist ein guter Beetnachbar für andere Stauden, die später im Jahr blühen.
Die natürliche Margerite (Leucanthemum)
Margeriten verkörpern mit ihren einfachen, strahlenförmigen Blüten die Natürlichkeit, die im englischen Garten so geschätzt wird. Sie haben einen unkomplizierten, natürlichen Wuchs und eignen sich hervorragend, um größere Flächen in den Staudenbeeten zu füllen. Besonders die hochwachsenden Sorten, die bis zu 100 cm hoch werden können, tragen dazu bei, die Beete dicht und voll erscheinen zu lassen und das Ideal eines englischen Gartens umzusetzen. Sie blühen oft über einen langen Zeitraum im Sommer und ziehen ebenfalls viele Insekten an.
Weitere beliebte Pflanzen im Englischen Garten Stil
Neben den bereits genannten Stauden gibt es noch viele weitere Pflanzen, die typischerweise in englischen Gärten zu finden sind und zur charakteristischen Optik beitragen:
- Lupinen (Lupinus): Mit ihren kerzenartigen Blütenständen in vielfältigen Farben setzen Lupinen schöne vertikale Akzente und passen gut in naturnahe Beete.
- Flammenblumen (Phlox): Phlox-Sorten, insbesondere der hohe Staudenphlox, begeistern mit ihren dichten Blütenbällen und intensivem Duft im Sommer. Sie füllen die mittlere Ebene des Beetes.
- Dahlien (Dahlia): Obwohl ursprünglich nicht aus England, sind Dahlien mit ihrer späten, üppigen Blüte und enormen Formenvielfalt in vielen englischen Gärten beliebt geworden und sorgen für Farbe im Spätsommer und Herbst.
- Flieder (Syringa): Als Strauch oder kleiner Baum liefert Flieder im Frühling nicht nur eine Fülle duftender Blüten, sondern auch wichtige Struktur im Garten.
Der unverzichtbare Charme der Rosen
Kein englischer Garten wäre komplett ohne Rosen. Sie sind oft das Herzstück der Bepflanzung und tragen maßgeblich zur romantischen Atmosphäre bei. Viele Rosensorten, insbesondere die sogenannten Englischen Rosen oder historische Sorten, haben einen üppigen, oft bogig überhängenden Wuchs, der perfekt zum lockeren Stil passt.
Kletterrosen (wie Rosa wichuraiana) sind ideal, um sie an Rosenbögen, Pergolen oder Mauern emporranken zu lassen. Sie schaffen vertikale Elemente und umrahmen Durchgänge oder Sitzplätze auf märchenhafte Weise. Die berühmten Englischen Rosen von Züchtern wie David Austin sind besonders beliebt. Sie vereinen den Charme und oft auch den Duft historischer Rosen mit der Blühfreudigkeit moderner Sorten. Gepflanzt im Beet verströmen sie ihren aromatischen Duft und ziehen Blicke auf sich. Ihre gefüllten Blüten in Pastell- oder kräftigeren Tönen sind Inbegriff der englischen Gartenromantik.

Eine Tabelle typischer Pflanzen
Hier ist eine Übersicht einiger der im englischen Garten häufig verwendeten Pflanzen:
| Pflanze | Typische Farbe | Höhe (ca.) | Blütezeit | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Rittersporn (Delphinium) | Blau, Weiß | bis 2 m | ab Juni | Hohe Blütenkerzen, Strukturgeber |
| Klatschmohn (Papaver rhoeas) | Rot | 50 cm | Mai - Juni | Leuchtende Farbe, kurzlebig |
| Margerite (Leucanthemum) | Weiß mit gelber Mitte | bis 1 m | Sommer | Natürlicher Wuchs, füllt Beete |
| Lupine (Lupinus) | Vielfältig | variabel | Frühsommer | Kerzenförmige Blütenstände |
| Englische Rose (z.B. 'David Austin') | Vielfältig | variabel | Sommer bis Herbst | Üppige, duftende Blüten |
Die Bedeutung von Textur und Vielfalt
Neben den Blütenfarben spielt im englischen Garten auch die Textur der Pflanzen eine große Rolle. Das Zusammenspiel von feinfiedrigem Laub, großen Blättern, zarten Blüten und robusten Sträuchern schafft eine interessante und abwechslungsreiche Optik. Immergrüne Pflanzen und Gehölze bilden das Gerüst des Gartens und sorgen auch in der blütenarmen Zeit für Ansichten. Die Vielfalt der Pflanzenarten, die in unterschiedlichen Höhen wachsen und zu verschiedenen Zeiten blühen, sorgt dafür, dass der Garten über das Jahr hinweg immer neue Aspekte zu bieten hat.
Das Ziel ist es, einen Garten zu schaffen, der lebendig wirkt und sich im Laufe der Jahreszeiten verändert. Es ist kein statisches Kunstwerk, sondern ein dynamischer Raum, der wächst und sich entwickelt. Die Pflanzen werden so gewählt und platziert, dass sie eine harmonische Gemeinschaft bilden, fast so, als wären sie dort natürlich gewachsen.
Häufig gestellte Fragen zum Englischen Garten Stil
Welche Pflanzen sind typisch für diesen Gartenstil?
Typisch sind dichte Staudenbeete, viele Sträucher und Büsche. Beliebte Stauden sind Rittersporn, Klatschmohn und Margeriten. Auch Lupinen, Flammenblumen, Dahlien und Flieder passen gut. Rosen, insbesondere Kletterrosen und Englische Rosen, sind sehr charakteristisch.
Gibt es viele Blumen im Englischen Garten?
Ja, es gibt Blumen, aber oft weniger im Verhältnis zu Sträuchern und Büschen als in anderen Gartenstilen. Blüten kommen vor allem in Form von dichten Staudenbeeten vor, die eine üppige, aber natürliche Fülle erzeugen.
Sind Rosen im Englischen Garten wichtig?
Ja, Rosen sind sehr wichtig. Sie sind oft ein zentrales Element und tragen maßgeblich zur romantischen Atmosphäre bei. Besonders üppig wachsende Sorten, Kletterrosen an Bögen und duftende Englische Rosen sind typisch.
Wirkt ein Englischer Garten sehr aufgeräumt?
Nein, im Gegenteil. Der englische Garten strebt einen natürlichen, fast wilden Look an. Dichte Bepflanzung und ein gewisser Hang zum Ungeplanten sind charakteristisch. Er wirkt weniger formell und streng als beispielsweise ein Barockgarten.
Fazit
Der englische Landschaftsgarten ist ein faszinierender Stil, der auf Natürlichkeit, Romantik und üppige Bepflanzung setzt. Er zeichnet sich durch geschwungene Formen, eine reiche Pflanzenvielfalt und die gekonnte Kombination von Strukturgebern wie Sträuchern und Büschen mit farbgebenden Staudenbeeten aus. Typische Pflanzen wie Rittersporn, Margeriten und vor allem Rosen tragen maßgeblich zu seinem unverwechselbaren Charme bei. Es ist ein Gartenstil, der zum Verweilen, Entdecken und Träumen einlädt und die Schönheit der Natur in den Vordergrund stellt.
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