Wie finanziert sich der Tierpark Olderdissen?

Tierpark Olderdissen: Finanzierung erklärt

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Der Heimat-Tierpark Olderdissen in Bielefeld ist ein beliebtes Ausflugsziel für Jung und Alt. Eingebettet in den malerischen Teutoburger Wald, bietet er Besuchern die Möglichkeit, heimische Tierarten in einer naturnahen Umgebung zu erleben. Das Besondere: Der Eintritt in den Tierpark ist seit jeher kostenlos. Doch wie wird ein so umfangreicher Park mit seiner vielfältigen Tierwelt und Infrastruktur eigentlich finanziert und unterhalten? Dies ist eine Frage, die viele Besucher beschäftigt und deren Antwort die besondere Stellung Olderdissens als öffentliche Einrichtung unterstreicht.

Wie finanziert sich der Tierpark Olderdissen?
Finanzierung. Als Einrichtung der Umweltbetriebe der Stadt Bielefeld finanziert diese den Park aus dem kommunalen Haushalt. Darüber hinaus bilden die Spenden und Parkplatzgebühren ein wesentliches Standbein der Ausgabensicherung. Entsprechend sind über den Park verteilt Spendenboxen zu finden.

Die Finanzierung des Tierparks Olderdissen stützt sich auf mehrere Säulen. Als Einrichtung der Umweltbetriebe der Stadt Bielefeld bildet der kommunale Haushalt das grundlegende Fundament. Die Stadt Bielefeld betrachtet den Unterhalt des Parks als eine wichtige soziale Aufgabe und stellt daher die notwendigen Mittel für den laufenden Betrieb, die Pflege der Anlagen und die Versorgung der Tiere bereit. Dies gewährleistet die Existenz und Zugänglichkeit des Parks für alle Bürger und Besucher, unabhängig von ihrem Geldbeutel.

Neben den städtischen Geldern spielen zusätzliche Einnahmequellen eine entscheidende Rolle, um den Park in seiner jetzigen Form erhalten und weiterentwickeln zu können. Ein wesentlicher Bestandteil sind dabei die Spenden der Besucher. Über das gesamte Gelände verteilt finden sich Spendenboxen, die Passanten ermutigen, einen freiwilligen Beitrag zu leisten. Darüber hinaus existiert ein Spendenkonto, auf das Unterstützer direkt Geld überweisen können. Diese Spenden sind ein wichtiges Standbein zur Sicherung der Ausgaben und zeigen die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrem Tierpark.

Eine weitere bedeutende Einnahmequelle sind die Parkplatzgebühren. Obwohl der Eintritt frei ist, fallen für die Nutzung der Parkplätze an der Dornberger Straße Gebühren an. Diese Einnahmen tragen ebenfalls zur Finanzierung des Betriebs bei, wobei an besucherstarken Tagen wie Wochenenden und Feiertagen die Parkplätze oft überfüllt sind, was die Notwendigkeit alternativer Anreisemöglichkeiten oder der Mitnutzung der Infrastruktur am nahegelegenen Johannisberg unterstreicht.

Neben Geldspenden sind auch Sachspenden willkommen und tragen zur Ausstattung und zum Wohlergehen der Tiere bei. Eine besonders persönliche Form der Unterstützung bieten Tierpatenschaften. Besucher oder Unternehmen können symbolisch eine Patenschaft für ein bestimmtes Tier übernehmen und leisten damit einen finanziellen Beitrag zu dessen Versorgung. Dies stärkt nicht nur die Bindung zum Park, sondern bietet den Paten auch die Möglichkeit, ihre Unterstützung öffentlich zu zeigen.

Sind Hunde im Tierpark Olderdissen erlaubt?
Ihr Hund ist im Tierpark ebenfalls willkommen. Führen Sie ihn bitte an der kurzen Leine. Andere Tiere sind nicht zugelassen.

Sponsoring durch Unternehmen und Stiftungen ist ebenfalls ein wichtiger Pfeiler der Finanzierung. Größere Projekte oder auch laufende Kosten für bestimmte Bereiche des Parks werden durch das Engagement von Firmen oder deren Stiftungen ermöglicht. Diese Unterstützung wird oft durch Plaketten oder Aushänge von Urkunden im Park sichtbar gemacht, was die Transparenz und Wertschätzung für die Sponsoren erhöht. Ein herausragendes Beispiel für solch ein Engagement ist die Finanzierung der Bärenanlage.

Die Bärenanlage: Ein Beispiel für großzügiges Sponsoring

Die großzügige Bärenanlage im Tierpark Olderdissen ist ein Paradebeispiel dafür, wie externes Sponsoring die Attraktivität und Qualität des Parks maßgeblich steigert. Die Errichtung dieser Anlage vor über 23 Jahren wurde maßgeblich durch die Stiftung der Sparkasse Bielefeld ermöglicht. Doch das Engagement der Sparkasse geht weit über die anfängliche Baukostenfinanzierung hinaus. Die Stiftung der Sparkasse Bielefeld trägt seit dem Jahr 2000 auch die *jährlichen Betriebskosten* für die Bären. Dies umfasst die Kosten für Futter, Pflege und den Unterhalt der weitläufigen Anlage.

Dieses langfristige Engagement der Sparkassenstiftung ist von unschätzbarem Wert für den Tierpark und die Stadt Bielefeld. Michael Fröhlich, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bielefeld und ihrer Stiftung, sowie Umweltdezernent Martin Adamski betonten mehrfach die Bedeutung dieser Unterstützung. Sie ermöglicht es der Stadt, den Tierpark weiterhin für alle Bürgerinnen und Bürger kostenfrei zugänglich zu machen. Die Finanzierung von „Kost und Logis“ für die Bären, darunter die neuen Bewohnerinnen Jojo und Flocon, sichert die artgerechte Haltung dieser beeindruckenden Tiere in einer Anlage, die von Fachleuten als hervorragend beurteilt wird.

Die Bärenanlage selbst, mit ihren natürlichen Elementen wie Wasserfall, künstlichem Wasserlauf, Schwimmbecken, heimischer Vegetation (Linde, Ahorn, Eiche, Esche, Kastanie, Holunder) und Rückzugsmöglichkeiten, bietet den Tieren eine Umgebung, die ihren Bedürfnissen entspricht. Die Möglichkeit für die Bären, die natürliche Landschaft zu erkunden, nach Nahrung zu suchen oder sich einfach in der Sonne oder im Schatten aufzuhalten, ist entscheidend für ihr Wohlbefinden. Die Finanzierung durch die Sparkassenstiftung stellt sicher, dass diese hohe Qualität der Tierhaltung gewährleistet bleibt.

Weitere Einnahmequellen und Parkangebote

Zusätzlich zu Spenden und Sponsoring erzielt der Tierpark auch Einnahmen aus dem Verkauf von Merchandising-Artikeln. Im Tierpark-Shop, der sich im Gebäude der Präparatesammlung befindet, können Besucher Souvenirs und andere Artikel erwerben, deren Erlöse ebenfalls dem Park zugutekommen.

Wie heißen die Bären im Tierpark Olderdissen?
Bären „Jojo“ und „Flocon“ erkunden die große Bärenanlage im Tierpark. Nur wenige Wochen nach ihrer Ankunft im Bielefelder Heimat-Tierpark Olderdissen haben sich die beiden Braunbärendamen „Jojo“ und „Flocon“ bereits gut an ihre neue Umgebung gewöhnt.

Die Infrastruktur des Parks, wie der historische Meierhof mit seinem Café und Kiosk, die Spielplätze, Imbisse und Futterautomaten, tragen ebenfalls zur Attraktivität bei und generieren indirekt Einnahmen oder erhöhen die Aufenthaltsqualität, was wiederum die Spendenbereitschaft fördern kann. Der Meierhof dient dabei als zentrale Anlaufstelle und beherbergt neben der Gastronomie auch die Verwaltung.

Angebote wie Kutschfahrten (je nach Witterung) und buchbare Führungen bieten zusätzliche Erlebnisse für die Besucher und stellen weitere, wenn auch kleinere, Einnahmequellen dar. Es ist bemerkenswert, dass der Tierpark Olderdissen, trotz seiner Beliebtheit und der Notwendigkeit der Finanzierung, keine klassische Werbung betreibt. Stattdessen setzt er auf Öffentlichkeitsarbeit, pädagogische Angebote (wie die Zooschule Grünfuchs) und eine eigene App, die unter dem Namen „Bielefeld Zoo“ firmiert.

Der Tierpark als soziale Aufgabe

Die Entscheidung der Stadt Bielefeld, den Tierpark Olderdissen kostenlos zugänglich zu halten und maßgeblich aus dem kommunalen Haushalt zu finanzieren, wurde in der Vergangenheit auch kritisiert, beispielsweise vom Bund der Steuerzahler, der von „Verschwendung von Steuern“ sprach. Dem wird jedoch entgegengehalten, dass die Stadt den Unterhalt des Parks explizit als eine *soziale Aufgabe* begreift. Der Tierpark ist kein auf Gewinnstreben ausgelegtes Unternehmen, sondern eine öffentliche Einrichtung, die Bildung, Erholung und Naturerlebnis für alle bieten soll. Die Fokussierung auf heimische Fauna und die Integration in das Stadtbild und Wanderwegenetz unterstreichen diesen Charakter als bürgernahe Einrichtung.

Häufig gestellte Fragen zur Finanzierung und zum Park

Wie finanziert sich der Tierpark Olderdissen?
Der Tierpark wird hauptsächlich aus dem kommunalen Haushalt der Stadt Bielefeld finanziert. Zusätzlich tragen Spenden von Besuchern und Unternehmen, Parkplatzgebühren, Tierpatenschaften, Sachspenden, Sponsoring (wie das der Sparkasse für die Bärenanlage) und Einnahmen aus Merchandising zur Finanzierung bei.
Ist der Eintritt in den Tierpark Olderdissen kostenlos?
Ja, der Eintritt in den Heimat-Tierpark Olderdissen ist seit seiner Gründung kostenlos.
Wer bezahlt die Kosten für die Bären im Tierpark?
Die Stiftung der Sparkasse Bielefeld hat nicht nur den Bau der Bärenanlage finanziert, sondern trägt auch die jährlichen Betriebskosten für die Bären, einschließlich Futter und Unterhalt der Anlage.
Woher stammen die neuen Braunbären Jojo und Flocon?
Die beiden Braunbärendamen Jojo und Flocon stammen aus dem Juraparc Vallorbe in der Schweiz und gehören zur südlichen Population des Europäischen Braunbären.
Was ist der Meierhof im Tierpark Olderdissen?
Der Meierhof ist ein historisches Hofgebäude innerhalb des Parks, das als Hauptanlaufstelle dient. Er beherbergt ein privat geführtes Café/Restaurant, einen Kiosk, sanitäre Anlagen sowie die Verwaltung des Parks.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Heimat-Tierpark Olderdissen ein einzigartiges Modell der Finanzierung verfolgt. Die solide Basis durch die städtische Finanzierung als soziale Aufgabe, ergänzt durch das wichtige Engagement von Spendern, Sponsoren und Parknutzern, ermöglicht es, diesen wertvollen Park für die Öffentlichkeit frei zugänglich zu halten. Das Beispiel der Bärenanlage und die langfristige Unterstützung durch die Sparkassenstiftung zeigen eindrucksvoll, wie private Initiativen und bürgerschaftliches Engagement zum Erfolg einer öffentlichen Einrichtung beitragen können.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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