Wie viele Kastanienallee gibt es in Berlin?

Berlins Kastanienalleen: Mehr als nur eine Straße

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Berlin ist eine Stadt der Vielfalt, nicht nur in seinen Kiezen und Bewohnern, sondern auch in seinen Straßennamen. Als die Metropole vor 100 Jahren durch die Schaffung von Groß-Berlin enorm wuchs und neue Stadtteile sowie zahlreiche Umlandgemeinden und Gutsbezirke eingegliedert wurden, war es unvermeidlich, dass viele Straßennamen doppelt oder sogar mehrfach existierten. Ein markantes Beispiel dafür ist die Kastanienallee, ein Name, der im Berliner Stadtplan ganze sieben Mal auftaucht. Doch von diesen sieben ist eine ganz besonders bekannt, eine, die Geschichten erzählt, die Geschichte schrieb und bis heute ein Anziehungspunkt ist.

Wie viele Kastanienallee gibt es in Berlin?
Sieben Mal gibt es die Kastanienallee in Berlin. Das älteste und vielleicht berühmteste Exemplar beginnt an der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg und endet am Weinbergsweg.

Die Berühmteste: Kastanienallee in Prenzlauer Berg und Mitte

Wenn Berliner oder Besucher von der Kastanienallee sprechen, meinen sie zumeist die älteste und wohl berühmteste von ihnen. Sie beginnt im Stadtteil Prenzlauer Berg an der Eberswalder Straße und erstreckt sich bis zum Weinbergsweg, wo sie die Grenze zum Bezirk Mitte überschreitet. Diese Allee ist bekannt für ihr lebhaftes Treiben und die schier unendlichen Möglichkeiten, die sie bietet. Man kann hier hervorragend shoppen, in unzähligen Cafés und Restaurants essen, zum Friseur gehen oder den Abend bei Cocktails ausklingen lassen.

Interessanterweise ist diese beliebte Flaniermeile eigentlich gar keine klassische Flaniermeile im ruhigen Sinne. Die Kastanienallee zählte einst zu den am intensivsten von Fahrrädern befahrenen Straßen Berlins. Hinzu kommt reger Straßenbahnverkehr, parkende Autos am Fahrbahnrand sowie Fußgänger und Touristen auf Rollern, die die breiten Gehsteige bevölkern und queren. Man muss hier beim Spaziergang schon ein wenig aufpassen, um nicht in einen Zusammenstoß verwickelt zu werden.

Die Geschichte dieser Allee reicht weit zurück. Im Jahr 1826 ließ der Grundbesitzer Wilhelm Griebenow eine Straße anlegen, die den „Verlorenen Weg“ (die heutige Schwedter Straße) mit der Schönhauser Allee verband und eine Verlängerung des Weinbergsweges darstellte. Zu dieser Zeit lag das Gebiet des heutigen Prenzlauer Bergs noch weit vor den Toren des eigentlichen Berlins. Die Landschaft war geprägt von Windmühlen und einer Vielzahl von Brauereien, die das Bier für die wachsende Stadt produzierten.

Jahrelang blieb die neu angelegte Kastanienallee nicht mehr als ein einfacher Feldweg. Erst im Jahr 1865 begann die Bebauung. Die ersten Häuser, die hier entstanden, waren stattliche sechsgeschossige Mietshäuser. Typisch für die damalige Zeit waren die Wohnungen in den unteren Etagen großzügig und prächtig gestaltet, während die Wohnungen weiter oben kleiner und einfacher gehalten waren. Mit der fortschreitenden Bebauung und der wachsenden Stadt wurde die Kastanienallee schnell zu einem Ort des regen Lebens und Treibens. Sie neigte schon damals dazu, Schauplatz von Superlativen zu werden.

Orte der Superlative und Geschichte

Die Kastanienallee war nicht nur ein Ort des Alltagslebens, sondern auch Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse und kultureller Entwicklungen. Hier entstanden beispielsweise die allerersten deutschen Filmaufnahmen. Am nördlichen Ende der Allee, direkt an der Ecke zur Eberswalder Straße, hatten die Schausteller-Brüder Max und Emil Skladanowsky ihr Atelier. Im Jahr 1892 nutzte Max Skladanowsky eine selbst gebaute Filmkamera, liebevoll „Kurbelkiste“ genannt, um seinen Bruder Emil bei gymnastischen Übungen zu filmen. Diese Aufnahmen waren bahnbrechend für die deutsche Filmgeschichte.

Vom Dach ihres Hauses nahmen die Brüder Skladanowsky zudem Straßenszenen des belebten Kiezes auf. Der entscheidende Schritt gelang ihnen im Jahr 1895: Sie schafften es, ihre bewegten Bilder erstmals einem zahlenden Publikum vorzuführen. Dies geschah nur wenige Wochen vor der ersten öffentlichen Filmvorführung der berühmten französischen Gebrüder Lumière. Auch wenn die Skladanowskys den Lumières technisch unterlegen waren, gebührt ihnen das Verdienst, die ersten öffentlichen Filmvorführungen in Deutschland realisiert zu haben.

Nur wenige Schritte vom historischen Ort der ersten Filmaufnahmen entfernt liegt ein weiterer Superlativ der Stadt: der älteste Biergarten Berlins. An einem ehemaligen Fuhrwerkshalt, der bereits einen Bierausschank bot, wurde im Jahr 1852 der Bier- und Kaffeegarten „Prater“ eröffnet. Die Familie Kalbo erkannte das Potenzial des Areals und verwandelte es in eine Vergnügungsstätte von Rang. Der Prater entwickelte sich schnell zu einem vielseitigen Treffpunkt: Er war Kneipe, beliebtes Ausflugsziel, Volkstheater, Varieté, Ballsaal und nicht zuletzt ein wichtiger Versammlungsort für die Arbeiterbewegung.

Besonders am Wochenende zog der Pratergarten Tausende von abenteuerlustigen Berlinern an. Das Bier war hier günstiger als in der Innenstadt, und schon damals galt im Prater das Motto: sehen und gesehen werden. Es ist bemerkenswert, dass dieser soziale Aspekt bis heute erhalten geblieben ist. Der Prater ist immer noch ein beliebter Treffpunkt, auch wenn sich das Areal im Moment in einem Zustand des Wandels befindet. Das ehemalige Theatergebäude wird saniert, und ab 2021 soll hier die Volksbühne wieder Aufführungen zeigen. Der Biergarten selbst ist aber auch während der Sanierungsarbeiten zugänglich und war sogar im Sommer 2020, trotz der Herausforderungen durch die Corona-Pandemie, täglich geöffnet. Die Bänke wurden entsprechend den Abstandsregeln weit auseinandergestellt.

Die besondere Atmosphäre und das lebhafte Treiben der Kastanienallee haben auch Künstler inspiriert. Der Berliner Kabarettist Rainald Grebe widmete der Straße sogar ein Lied, in dem es heißt: „Castingallee, Castingallee. Wir alle, wir alle sitzen auf der Castingallee.“ Eine Zeile, die das Gefühl beschreibt, Teil eines ständigen Schauspiels zu sein, während man scheinbar entspannt dasitzt: „Ich sitze hier mit meinem Käsefrühstück. Ich frühstücke bis um vier.“

Familiengeschichte und Kiez-Museum im Kastanienhof

Wer tiefer in die Geschichte und das Wesen der Kastanienallee eintauchen möchte, muss nicht zwingend ins Bezirksmuseum gehen. Eine faszinierende Möglichkeit bietet sich im Kastanienhof, einem Hotel in der Kastanienallee 65 und 66. Der Inhaber Uwe Hauptmann hat hier ein kleines, aber feines Kiez-Museum eingerichtet, das die Geschichte der Straße und ihrer Bewohner lebendig werden lässt. Uwe Hauptmann sammelt seit vielen Jahren akribisch alles, was er über die Kastanienallee und die umliegende Nachbarschaft finden kann.

Die Verbindung der Familie Hauptmann zur Kastanienallee reicht über ein Jahrhundert zurück. Uwe Hauptmanns Urgroßvater, Boleslaus Schulz, betrieb eine Fleischerei am unteren Ende der Allee. In den 1920er Jahren, einer Zeit des wirtschaftlichen Wandels, erwarb Boleslaus Schulz zwei Mietshäuser in der Kastanienallee, um für das Alter vorzusorgen. Diese Gebäude sind seitdem im Familienbesitz geblieben, was eine bemerkenswerte Kontinuität in einer sich ständig wandelnden Stadt darstellt.

Ein historisches Bild in einer Vitrine im Gastraum des Hotels zeigt einen Mann vor einem Transporter. Uwe Hauptmann vermutet, dass es sich dabei um seinen Urgroßvater handelt. Langjährige Angestellte der Familie, die die charakteristischen Züge der Hauptmanns kennen, haben diese Vermutung bestätigt.

Der Kastanienhof ist ein echtes Familienunternehmen im besten Sinne. Uwe Hauptmann arbeitet eng mit seinem Sohn Maximilian zusammen, der kürzlich ins Geschäft eingestiegen ist. Auch Senior Otto Hauptmann, Uwes Vater, ist immer noch aktiv beteiligt, obwohl er sich aufgrund der Pandemie zeitweise aufs Land zurückgezogen hatte. Die beiden mittleren Generationen, Uwe und Maximilian, führten den Betrieb während der Corona-Einschränkungen fast allein, stemmten die Nachtschichten und servierten das Frühstück.

Die Geschichte des heutigen Hotels begann vergleichsweise bescheiden. Im Jahr 1992, nach der Wende, starteten die Hauptmanns mit einer kleinen Sechs-Zimmer-Pension. Es dauerte zwei Jahre intensiver Arbeit, um die geerbten Häuser, die die Wirren der DDR-Zeit und der Nachwendejahre überstanden hatten, wieder instand zu setzen und herzurichten. Heute bewirtschaftet die Familie Hauptmann 44 Zimmer und bietet ihren Gästen einen authentischen Einblick in das Leben an der Kastanienallee.

Die Fundstücke in Uwe Hauptmanns Vitrine im Kastanienhof erzählen viele Geschichten über das frühere Leben auf der Allee. Anfang des 20. Jahrhunderts war die Straße ein pulsierendes Zentrum des Handels und der Unterhaltung. Es gab kaum ein Haus, in dem nicht irgendein Geschäft, eine Gaststätte, eine Salatbar oder ein Varieté untergebracht war. Die Vielfalt der ausgestellten Objekte zeugt davon: Da ist ein alter Bierkrug aus der nahe gelegenen Königstadt Brauerei, eine Kaffeetasse aus dem Prater, winzige Medizinfläschchen aus der „Apotheke zum Eisernen Kreuz“, elegante Hutschachteln vom Hutmacher Fritz Wagner und zwei Blechdosen, in denen die „Zuckerwaren, Confitüren und Marzipanfabrik Cyliax“ einst ihre süßen Köstlichkeiten verpackte. Diese Objekte sind mehr als nur alte Gegenstände; sie sind greifbare Zeugnisse der reichen gewerblichen und sozialen Geschichte der Kastanienallee.

Boheme, Kultur und bewegte Zeiten

In der DDR-Zeit und den Jahren nach der Wiedervereinigung siedelten sich in und um die Kastanienallee verstärkt Literaten, Künstler und Intellektuelle an. Die Straße und ihre Umgebung wurden zu einem Zentrum der Boheme des Prenzlauer Bergs. Diese kreative und oft nonkonformistische Szene prägte das Image des Kiezes nachhaltig.

Auch die bedeutende Poetin Elke Erb, die kürzlich mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet wurde, lebte lange Zeit in diesem Kiez. In ihrem Gedichtband, der ebenfalls den Titel „Kastanienallee“ trägt, fängt sie die spezifische Atmosphäre des Ortes in prägnanten Bildern ein. Eine Zeile, die im Gedächtnis bleibt, beschreibt einen ganz besonderen Geruch: „Im Treppenhaus Kastanienallee 30 nachmittags um halb fünf roch es flüchtig nach toten, selbstvergessenen Mäusen.“ Es ist eine Zeile, die die oft ungeschönte Realität des Lebens in alten Mietshäusern einfängt, eine Realität, die heute in vielen sanierten Gebäuden der Allee kaum noch vorstellbar ist. Das Haus mit der Nummer 30, einst vielleicht Schauplatz solcher Beobachtungen, präsentiert sich heute in einem sehr gepflegten, fast edlen Zustand, mit bodentiefen Fenstern in der Dachetage.

Schräg gegenüber, eingebettet zwischen modernen Klamottenläden und dem Kollektivbetrieb „Café Morgenrot“, findet sich ein weiterer Ort mit starker kultureller und politischer Identität: der linke Buchladen „Zur schwankenden Weltkugel“. Dieses Geschäft ist mehr als nur ein Buchladen; es ist ein Statement. Im Schaufenster hängt prominent ein Plakat, das Verhaltenstipps für den Fall einer Polizeikontrolle gibt, unter anderem den Rat: „Eine Kulisse der Beobachtung schaffen.“ Dies verweist auf eine Vergangenheit und Gegenwart, in der politische Wachsamkeit und Solidarität im Kiez eine Rolle spielen.

Im Laden selbst sitzt Buchhändlerin Heike Vasel, die berichtet, dass ihr kleines Geschäft, spezialisiert auf Literatur von kleinen und unabhängigen Verlagen, erstaunlich gut durch die Corona-Zeit gekommen ist. Das Sortiment ist bewusst ausgewählt und deckt ein breites Spektrum an Themen ab, von Anarchismus bis hin zu queerer Theorie. Auf die Frage nach Elke Erbs Buch „Kastanienallee“ muss Heike Vasel nachsehen und stellt fest, dass es schon lange niemand mehr nachgefragt hat. Ein Blick in den Computer bestätigt: Es ist sowieso vergriffen.

Das Gebäude mit der Nummer 85, in dem der Buchladen untergebracht ist, hat selbst eine bewegte Geschichte. Es war eines der zahlreichen besetzten Häuser, die in den frühen 1990er Jahren die Kastanienallee prägten. Während in einigen Nachbargebäuden, die oft mit revolutionären Parolen versehen waren, bis heute der ständige Kampf gegen die Räumung oder den Verkauf droht, nahm die Geschichte in der Nummer 85 einen glücklicheren Verlauf. Die Bewohner konnten sich mit den Hauseigentümern einigen. Sie renovierten das Gebäude in Eigenleistung und betreiben es nun mit Unterstützung des „Miethäusersyndikats“ als spekulationsfreie GmbH. Dies zeigt einen Weg auf, wie alternative Wohn- und Lebensformen in einem sich gentrifizierenden Umfeld erhalten bleiben können.

Die andere Kastanienallee: Ruheoase in Westend

Neben der berühmten und belebten Kastanienallee in Prenzlauer Berg und Mitte gibt es noch weitere Alleen dieses Namens in Berlin. Eine davon liegt im eher beschaulichen Stadtteil Westend, im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf. Diese Kastanienallee in Westend unterscheidet sich augenfällig von ihrem Namensvetter im Osten. Sie kann beispielsweise keine Geschichten von Hausbesetzungen oder der Boheme des Prenzlauer Bergs vorweisen. Dennoch birgt sie das Potenzial für Verwechslungen, insbesondere für Ortsfremde.

Ein bekanntes Beispiel ist das Hotel „Villa Kastania“, das sich in Westend zwischen der Heer- und der Reichsstraße befindet. Genau dort, wo sich die Kastanienallee zu einem kleinen, platzähnlichen Bereich weitet. So mancher Hotelgast, der eigentlich die Kastanienallee in Mitte mit ihrem pulsierenden Leben besuchen wollte, ist schon irrtümlich in Charlottenburg gelandet – und umgekehrt. Die „Villa Kastania“, die bereits vor dem Fall der Berliner Mauer existierte, war anfangs nicht unbedingt glücklich über den prominenten Namensvetter in Mitte. Mit der Zeit hat sich diese Irritation jedoch gelegt.

Die Kastanienallee in Westend ist, ähnlich wie ihre 950 Meter lange Namensschwester im Osten, ebenfalls üppig und von Bäumen gesäumt. Sie erstreckt sich vom Spandauer Damm bis zur Heerstraße. Charakteristisch für diese Allee ist, dass sie von Straßen gekreuzt wird, die ebenfalls nach Bäumen benannt sind, was die grüne und ruhige Atmosphäre des Viertels unterstreicht.

Auch die Geschichte der Kastanienallee in Westend ist mit einem Unternehmer verbunden, der ihre Entwicklung maßgeblich prägte. Heinrich Quistorp übernahm im Jahr 1868 die bis dato finanziell wenig erfolgreiche „Villenkolonie Westend“. Der berühmte Stadtplaner James Hobrecht hatte in seinem Plan für die Stadterweiterung Berlins die Anlage von grünen Plätzen vorgesehen. In der neu entstehenden Villenkolonie Westend wurde diese Idee mustergültig umgesetzt.

Ein besonders schönes Beispiel für diese Planung ist der Branitzer Platz. Er ist eine kleine Oase der Ruhe inmitten des ohnehin erholsamen Wohngebiets. Der Platz ist kreisrund angelegt, umgeben von einem Ring aus Kieswegen und schattenspendenden Bäumen, und mit Bänken ausgestattet, die zum Verweilen einladen. Über den ansonsten sorgfältig gepflegten Rasen des Platzes führt ein Trampelpfad. Dieser Pfad ist ein stilles Zeugnis des menschlichen Bedürfnisses nach Abkürzung und verbindet auf kürzestem Wege die beiden Hälften der Kastanienallee, die durch den Platz geteilt werden.

In der Nachbarschaft der Kastanienallee in Westend lebten einst bedeutende Persönlichkeiten wie der Verleger Bruno Cassirer oder der Architekt Erich Mendelsohn. Einige der prächtigen Villen aus dieser Zeit sind noch gut erhalten und zeugen vom einstigen Glanz der Villenkolonie. Besonders sehenswert soll die Villa mit der Nummer 4 am Branitzer Platz sein, nicht zuletzt wegen ihres Gartens, wie ein Schild verrät. Um einen Blick auf diesen Garten oder die Villa werfen zu können, muss man allerdings schon ein wenig dreist am Zaun hochsteigen.

Vergleich der Kastanienalleen

Auch wenn sie denselben Namen tragen, könnten die Kastanienallee in Prenzlauer Berg/Mitte und die in Westend kaum unterschiedlicher sein. Eine kurze Gegenüberstellung verdeutlicht die Unterschiede:

MerkmalKastanienallee (Prenzlauer Berg / Mitte)Kastanienallee (Westend)
CharakterBelebt, urban, Ausgehmeile, historisch, kulturell vielfältigRuhig, bürgerlich, Villenkolonie, grün, Wohngebiet
GeschichteEntwicklung vom Feldweg zur dicht bebauten Straße, Boheme, alternative SzeneGeplante Villenkolonie, bürgerliche Wohnkultur, architektonisch bedeutend
Besondere OrtePrater (ältester Biergarten), Kastanienhof (Kiez-Museum), Buchladen "Zur schwankenden Weltkugel", historische Orte der FilmgeschichteBranitzer Platz (grüne Oase), historische Villen, Hotel Villa Kastania
VerkehrHohes Aufkommen (Rad, Tram, Auto, Fußgänger)Deutlich geringeres Aufkommen, ruhiger
Squatting-HistorieJa, prägend in den 90ern (z.B. Haus 85)Nein, keine vergleichbare Geschichte

Häufig gestellte Fragen zur Kastanienallee in Berlin

Q: Wie viele Straßen namens Kastanienallee gibt es in Berlin?
A: Im gesamten Stadtgebiet von Berlin gibt es sieben Straßen, die den Namen Kastanienallee tragen.

Q: Welche Kastanienallee ist die bekannteste?
A: Die bekannteste und historisch bedeutsamste Kastanienallee ist diejenige, die vom Prenzlauer Berg (Beginn an der Eberswalder Straße) nach Mitte (Ende am Weinbergsweg) verläuft.

Q: Was ist der Prater an der Kastanienallee?
A: Der Prater in der Kastanienallee (Prenzlauer Berg) ist der älteste Biergarten Berlins. Er wurde 1852 eröffnet und war historisch ein wichtiger Treffpunkt sowie eine vielseitige Vergnügungsstätte.

Q: Gibt es an der berühmten Kastanienallee noch Spuren der Hausbesetzerbewegung?
A: Ja, das Gebäude Kastanienallee 85, das heute unter anderem den Buchladen „Zur schwankenden Weltkugel“ beherbergt, war in den frühen 1990er Jahren ein besetztes Haus. Seine Geschichte nahm einen positiven Verlauf, da die Bewohner eine Einigung mit den Eigentümern erzielen und das Haus als spekulationsfreie GmbH betreiben konnten. Im Gegensatz dazu droht einem Nachbarhaus laut Text bis heute der Rausschmiss.

Q: Wo liegt die Kastanienallee in Westend?
A: Die Kastanienallee in Westend liegt im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und verläuft vom Spandauer Damm bis zur Heerstraße. Sie ist Teil einer historischen Villenkolonie.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Name Kastanienallee in Berlin für ganz unterschiedliche Orte steht. Während die Allee in Prenzlauer Berg/Mitte ein Spiegelbild der urbanen Entwicklung, der kulturellen Vielfalt und der bewegten Geschichte Berlins ist, vom Aufstieg zum Szeneviertel bis zur Bewahrung alternativer Projekte, repräsentiert die Kastanienallee in Westend eine Oase der Ruhe, geprägt von bürgerlicher Wohnkultur und historischer Villenarchitektur. Beide tragen denselben Namen, doch jede erzählt ihre ganz eigene Berliner Geschichte.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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