Wie alt ist Ribnitz-Damgarten?

Ribnitz-Damgarten: Geschichte, Natur und Erlebnisse

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Willkommen in Ribnitz-Damgarten, einer einzigartigen Doppelstadt an der malerischen Boddenküste Mecklenburg-Vorpommerns. Diese Stadt, die aus der Zusammenlegung zweier historischer Siedlungen hervorgegangen ist, bietet eine faszinierende Mischung aus reicher Geschichte, beeindruckender Natur und lebendigen Traditionen. Gelegen an der Grenze zwischen Mecklenburg und Pommern, hat Ribnitz-Damgarten über Jahrhunderte hinweg eine bewegte Entwicklung durchlaufen, die sich heute in seinem Charakter widerspiegelt.

Wann ist das Fischerfest in Ribnitz-Damgarten?
Vom 16. - 18. August 2024 | Das Volksfest an der Ribnitzer Kaikante. Das beliebte Hafenfest entlang der Ribnitzer Kaikante statt und bietet ein vielfältiges Programm.

Die Geschichte von Ribnitz-Damgarten ist eng mit seiner geografischen Lage verbunden. Die Recknitz, ein Grenzfluss, der hier eine sumpfige Niederung bildete, war lange Zeit nur an einem einzigen Pass überquerbar. Dieser strategisch wichtige Übergang an der alten Handelsstraße entlang der Ostseeküste – die von Lübeck über Rostock nach Stralsund und weiter gen Osten führte – wurde bereits im frühen 13. Jahrhundert durch eine Burg geschützt. Diese Burg bildete den Keim für die spätere Stadt Ribnitz.

Die Wurzeln der Doppelstadt: Ribnitz und Damgarten

Die Stadt Ribnitz kann auf eine lange und ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Sie zählt zu den landesherrlichen Gründungen in der damaligen Herrschaft Rostock, ähnlich wie Kröpelin, Sülze und Marlow. Der Name „Ribnitz“ selbst ist slawischen Ursprungs und verweist auf den einst legendären Fischreichtum der umliegenden Boddengewässer. „Rybanis“ bedeutet übersetzt „Fischort“, was die Bedeutung der Fischerei für die frühe Besiedlung unterstreicht. Archäologische Funde haben die Existenz eines slawischen Fischerdorfes als Vorgänger der später planmäßig angelegten Stadt bestätigt.

Eine erste urkundliche Erwähnung eines Ortes namens Ribnitz findet sich bereits im Jahr 1192 in einer Urkunde des Klosters Doberan. Die offizielle Bezeichnung als „Stadt Ribnitz“ wurde dann erstmals 1233 dokumentiert, was den Beginn ihrer städtischen Entwicklung markiert.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Recknitz, im damaligen Pommern, entstand eine weitere Siedlung, die ebenfalls eine wichtige Rolle in der Geschichte der Region spielen sollte. Um 1250 entschloss sich der rügensche Fürst Jaromar, an dieser Stelle eine Festung zu errichten, um sich gegen seine mecklenburgischen Nachbarn zu behaupten. Er ließ einen festen Turm bauen und verlieh dem bestehenden Dorf „Damechore“ im Jahr 1258 das Stadtrecht. Auch der Name des heutigen Stadtteils Damgarten hat slawische Wurzeln. Er leitet sich von „dam“ (Eiche) und „gora“ (Berg) ab und beschreibt die ursprüngliche Lage des Ortes.

Über Jahrhunderte hinweg existierten Ribnitz und Damgarten als eigenständige Städte beidseits des Grenzflusses, jede mit ihrer eigenen Verwaltung und Geschichte. Erst im Jahr 1950 erfolgte die Zusammenlegung der beiden Städte zur Doppelstadt Ribnitz-Damgarten. Diese Vereinigung schuf die heutige Boddenstadt, die auf diese bewegte Vergangenheit zurückblicken kann. Die Spuren dieser Geschichte lassen sich im Stadtarchiv und in den Chroniken der Stadt nachverfolgen und erkunden.

Natur und Erholung im Umland

Das Besondere an Ribnitz-Damgarten liegt nicht nur in seiner historischen Dualität, sondern auch in der Vielfalt und Schönheit seines Umlands. Die Stadt ist ein idealer Ausgangspunkt, um die einzigartige Küstenlandschaft Mecklenburg-Vorpommerns zu entdecken.

Von Ribnitz aus erschließen gut ausgebaute Radwege die reizvolle Umgebung. Man erreicht auf diesen Wegen bequem das Fischland oder den Darß, bekannte Halbinseln mit malerischen Stränden und Küstenwäldern. Von Damgarten aus laden Wege dazu ein, die kleinen, charmanten Fischerdörfer entlang der südlichen Boddenküste zu erkunden. Diese Dörfer haben oft ihren ursprünglichen Charakter bewahrt und bieten Einblicke in das traditionelle Leben am Bodden.

Ein weiteres Highlight im Umland von Ribnitz-Damgarten ist das Ribnitzer Große Moor. Dieses beeindruckende Gebiet ist eines der größten Regenmoore in ganz Mecklenburg-Vorpommern und von herausragender ökologischer Bedeutung. Bereits 1939 wurde das Moor unter Naturschutz gestellt, um es vor drohenden Veränderungen zu bewahren. Zu dieser Zeit bestand die Gefahr, dass das wertvolle Moor in Acker- oder Weideland umgewandelt oder für den Torfabbau genutzt würde. Die Unterschutzstellung sicherte den Erhalt dieses einzigartigen Lebensraumes.

Heute ist das Ribnitzer Große Moor für Besucher zugänglich und erlebbar. Ausgeschilderte Wanderwege führen durch das Moor, oft begleitet von informativen Schautafeln, die Wissenswertes über die Entstehung und die Besonderheiten dieses Ökosystems vermitteln. Ein zentraler Anlaufpunkt ist das Infozentrum „Wald und Moor“. Hier können Besucher tiefere Einblicke in die Tierarten gewinnen, die in diesem speziellen Lebensraum heimisch sind. Zudem bietet das Infozentrum Informationen über die faszinierende Welt der Hochmoorpflanzen, die sich an die extremen Bedingungen des Moores angepasst haben.

Unweit des Infozentrums befindet sich ein weiteres interessantes Ziel: das Museum „Naturschatzkammer Neuheide“. Dieses Museum ergänzt das Angebot des Infozentrums und präsentiert weitere Aspekte des natürlichen Reichtums der Region.

Für Sportbegeisterte hat das Ribnitzer Große Moor ebenfalls eine besondere Bedeutung. Eine Wegstrecke des bekannten Ostsee-StaffelMarathons führt durch dieses Gebiet und bietet Läufern eine einzigartige Kulisse.

Ein weiteres kulturelles Highlight im Umland ist das Freilichtmuseum in Klockenhagen. Dieses Museum ist als mecklenburgisches Dorf konzipiert und versammelt historische Gebäude aus insgesamt 18 verschiedenen Dörfern der Region. Die sorgfältig wiederaufgebauten und eingerichteten Gebäude demonstrieren das Leben und Bauen auf dem Lande vergangener Zeiten und ermöglichen Besuchern eine lebendige Zeitreise.

Was ist das besondere an Ribnitz-Damgarten?
Ribnitz-Damgartener Architektur fügt sich teilweise in die Norddeutsche Backsteingotik ein. Unübersehbar ragen die Stadtkirche Sankt Marien Kirche und die Sankt Bartholomäus Kirche in die Höhe. Zu den besonderen Backsteinbauwerken zählt auch das Rostocker Tor.

Veranstaltungen und Gemeinschaft

Neben seiner Geschichte und Natur ist Ribnitz-Damgarten auch ein Ort lebendiger Traditionen und Veranstaltungen. Ein bedeutendes Ereignis im Jahreskalender ist das Fischerfest. Dieses Fest feiert die maritime Verbundenheit der Stadt und zieht Besucher aus nah und fern an.

Im Rahmen des Fischerfestes finden verschiedene Aktivitäten statt, die den Gemeinschaftsgeist der Stadt widerspiegeln. Ein besonderes Highlight war beispielsweise die „Stadtwette“ im Rahmen des Festes am Freitag, dem 16. August, um 15:00 Uhr. Bei dieser Wette forderte die Ostsee-Zeitung den Bürgermeister Thomas Huth heraus. Die Wette lautete, dass es der Bürgermeister nicht schaffen würde, mindestens 50 Einwohnerinnen und Einwohner von Ribnitz-Damgarten mit ihren schönsten oder lustigsten Hüten vor die Bühne zu bringen.

Diese Stadtwette war ein Aufruf an die Bürgerinnen und Bürger, sich kreativ einzubringen und gemeinsam ein Ziel zu erreichen. Der Bürgermeister rief dazu auf, mit Humor, Fantasie und Kreativität die Wette zu gewinnen. Jeder, der einen schönen oder lustigen Hut besaß – egal ob traditionell, modern, extravagant, schick oder außergewöhnlich – war eingeladen, zum Festplatz zu kommen und seinen Hut zu präsentieren. Solche Aktionen zeigen den lebendigen Charakter und den Zusammenhalt der Gemeinschaft in Ribnitz-Damgarten.

Entwicklung und Projekte

Wie jede wachsende Stadt ist auch Ribnitz-Damgarten einem ständigen Wandel unterworfen und investiert in die Erhaltung und Entwicklung seiner Infrastruktur und kulturellen Stätten. Ein Beispiel für solche Bemühungen ist das Projekt zur Instandhaltung der Scheune auf dem Forsthof Neuheide.

Dieses Projekt, das im Jahr 2019 begann und im Jahr 2021 fortgesetzt wurde, zielt darauf ab, ein historisches Gebäude zu erhalten und einer neuen Nutzung zuzuführen. Nachdem in einer ersten Phase im Jahr 2019 das Mauerwerk und das Dach der alten Scheune saniert und aufgearbeitet wurden, standen in der zweiten Bauphase im Jahr 2021 die Sanierung der Fenster und Türen an. Das Projekt wurde durch ELER-Mittel gefördert, was die Bedeutung der ländlichen Entwicklung in solchen Vorhaben unterstreicht.

Durch diese Instandhaltungsmaßnahmen wird die Scheune als Teil des Forsthofes wieder in einen ansehnlichen Zustand versetzt. Ihr Erhalt ist somit gesichert. Zukünftig kann die sanierte Scheune als Lagerfläche genutzt werden. Darüber hinaus ist geplant, sie für ergänzende Angebote im touristischen Bereich zu verwenden, was die Attraktivität des Forsthofes und des umliegenden Gebiets für Besucher weiter steigert. Die Förderung für die Fenstersanierung belief sich auf 9 T€ bei Gesamtkosten von 11,5 T€. Die Durchführung und Fertigstellung dieser zweiten Phase war für das Jahr 2021 vorgesehen.

Dieses Bauprojekt ist ein Beispiel dafür, wie in Ribnitz-Damgarten historische Bausubstanz erhalten und gleichzeitig für zukünftige Nutzungen im Bereich Tourismus und Kultur vorbereitet wird.

Fragen und Antworten zu Ribnitz-Damgarten

Was ist das Besondere an Ribnitz-Damgarten?

Das Besondere liegt in der Kombination aus der bewegten Geschichte als Doppelstadt, dem einzigartigen Umland mit dem Ribnitzer Großen Moor und dem Freilichtmuseum Klockenhagen, sowie der Nähe zu attraktiven Zielen wie Fischland, Darß und den Fischerdörfern an der Boddenküste. Die Stadt bietet eine Mischung aus Naturerlebnis, kulturellen Einblicken und Gemeinschaftsleben.

Wann findet das Fischerfest in Ribnitz-Damgarten statt?

Das genaue Datum des gesamten Fischerfestes wird in den bereitgestellten Informationen nicht genannt. Es wird jedoch eine spezifische Veranstaltung im Rahmen des Festes erwähnt: eine „Stadtwette“ der Ostsee-Zeitung mit dem Bürgermeister, die am Freitag, dem 16. August, um 15:00 Uhr stattfindet. Bei dieser Wette geht es darum, mindestens 50 Personen mit Hüten vor die Bühne zu bringen.

Wie alt ist Ribnitz-Damgarten?

Die Stadt Ribnitz-Damgarten in ihrer heutigen Form als Doppelstadt existiert seit der Zusammenlegung von Ribnitz und Damgarten im Jahr 1950. Die einzelnen Stadtteile sind jedoch wesentlich älter. Ribnitz wurde erstmals 1192 erwähnt und erhielt 1233 das Stadtrecht. Damgarten erhielt 1258 das Stadtrecht.

Was wird in Ribnitz-Damgarten gebaut?

Aktuell wird die Instandhaltung einer Scheune auf dem Forsthof Neuheide durchgeführt. Nachdem Mauerwerk und Dach bereits saniert wurden, stehen nun die Fenster und Türen an. Die Scheune soll nach der Sanierung als Lager und für touristische Angebote genutzt werden. Dieses spezifische Projekt wurde 2021 fortgesetzt und sollte in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Ribnitz-Damgarten lädt dazu ein, seine Geschichte, seine Natur und seine Menschen kennenzulernen. Von den historischen Wurzeln über die weitläufigen Moorlandschaften bis hin zu den lebendigen Veranstaltungen – die Doppelstadt am Bodden hält viele Entdeckungen bereit.

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Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

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