Welches Essen wird in Berlin am häufigsten gegessen?

Berlins Gaumenfreuden: Was die Stadt isst

Rating: 4.96 (9432 votes)

Berlin ist eine Stadt, die für ihre lebendige Kultur und ihre reiche Geschichte bekannt ist, aber auch ihre kulinarische Szene hat viel zu bieten. Abseits der Klischees von Bier und Wurst, obwohl diese natürlich auch eine Rolle spielen, präsentiert sich Berlin als Schmelztiegel verschiedenster Geschmacksrichtungen. Dank seines multinationalen Charakters findet man in der deutschen Hauptstadt eine riesige Vielfalt an Gerichten. Doch welche Speisen werden in Berlin tatsächlich am häufigsten gegessen oder gelten als besonders typisch? Wir werfen einen Blick auf einige der bekanntesten und beliebtesten Gerichte, die man in Berlin finden kann, von deftigen Hauptspeisen bis hin zu süßen Leckereien.

Wie viele Sitzplätze pro Quadratmeter Restaurant?
Sitzplatzkapazität und Komfort Um den Gästen einen angenehmen Aufenthalt zu bieten, sollte pro Gast etwa 1,2 m² Sitzplatzfläche eingeplant werden. In einem 100 m² großen Restaurant könnte man also etwa 60–80 Sitzplätze unterbringen, abhängig von der Tischanordnung und der Raumaufteilung.

Der Döner Kebab: Berlins inoffizielles Wahrzeichen

Der Döner Kebab, dessen Name im Türkischen "sich drehendes Grillfleisch" bedeutet, ist heute untrennbar mit Berlin verbunden, auch wenn seine Wurzeln in der Türkei liegen. Interessanterweise hat der Döner in seiner heutigen Form, wie wir ihn in Brot oder Fladenbrot gewickelt kennen, seinen Ursprung wahrscheinlich in Deutschland, genauer gesagt in Berlin. In den 1960er und 1970er Jahren kamen viele Arbeitskräfte, die sogenannten Gastarbeiter, aus der Türkei nach Deutschland. Sie brachten die Idee von gegrilltem Fleisch am Spieß mit. In Deutschland begannen sie jedoch, das Fleisch in Brot zu servieren – im Pita-Brot, im Lavash oder als Dürüm, ergänzt durch Gemüse und verschiedene Soßen.

Der Erfolg und die Popularität dieses Gerichts waren immens. Der Döner verbreitete sich schnell in ganz Europa und ist heute ein beliebtes Streetfood. In Berlin findet man an jeder Ecke eine Dönerbude, und es gibt mittlerweile sogar vegane Varianten. Es ist wirklich ein lokales Gericht mit einem Migrationshintergrund und Geschmack. Für jeden Besucher Berlins ist es fast eine Pflicht, einen Döner zu probieren. Man sollte sich dabei keine Sorgen um Fett oder Kalorien machen – ein bisschen Salat obendrauf gibt einem immer das Gefühl, etwas Gesundes zu essen!

Currywurst: Das deutsche Nationalgericht?

Die Currywurst ist wohl das berühmteste Streetfood in Berlin und wird oft als inoffizielles deutsches Nationalgericht bezeichnet. Sie besteht aus einer in Scheiben geschnittenen heißen Schweinswurst, gewürzt mit Currypulver und Ketchup. Serviert wird sie meist mit Pommes frites oder einem Brötchen. So einfach, so lecker und so günstig – man findet sie praktisch überall in Berlin. Achtung: kann extrem scharf sein!

Das Gericht wurde ebenfalls in Berlin erfunden. Es entstand in der Nachkriegszeit im britischen Sektor der geteilten Stadt. Eine Berlinerin namens Herta Heuwer mischte indisches Currypulver mit englischer Worcestershire-Sauce und fügte Ketchup hinzu, das durch die Anwesenheit amerikanischer Soldaten in Westdeutschland immer beliebter wurde. Diese "curry-ketchupte" Wurst, die ursprünglich an Straßenständen in Charlottenburg verkauft wurde, war so populär, dass sie sich schnell in andere Regionen Deutschlands verbreitete. Tatsächlich ist dieses Gericht so wichtig für die deutsche Esskultur, dass es in Berlin sogar ein Currywurst Museum gibt (nicht weit vom berühmten Checkpoint Charlie).

Schnitzel: Ein Klassiker nicht nur aus Wien

Für viele gibt es kaum ein "deutscheres" Gericht als das Schnitzel, auch wenn die berühmteste Variante aus Österreich stammt. Das Wort kommt vom althochdeutschen "snitz", was "in Scheiben schneiden" bedeutete. In Deutschland ist es eine gebratene dünne Scheibe Kalbfleisch. Manchmal werden auch andere Fleischsorten verwendet, wie Schwein, Hähnchenbrust oder sogar Sojafleisch. Die typischste Variante ist jedoch das Wiener Schnitzel aus Österreich, das immer aus Kalbfleisch besteht, in Mehl, Ei und Semmelbrösel getaucht und dann gebraten wird.

Kassler: Deftig und geräuchert

Kassler ist ein leicht geräucherter und gesalzener Schweinelachs oder Schweinebauch. Er wird typischerweise mit Sauerkraut oder manchmal mit Kartoffeln serviert.

Woher das Gericht seinen Namen hat, ist nicht ganz klar. Eine Theorie besagt, dass es vom französischen Wort "casserole" stammen könnte. Eine andere populäre Theorie nennt die Stadt Kassel in Mitteldeutschland. Am wahrscheinlichsten ist jedoch, dass das Gericht im 19. Jahrhundert in Berlin entstand und von einem örtlichen Metzger namens Cassel erfunden wurde.

Eisbein: Der deftige Klassiker

Eisbein bedeutet wörtlich "ice leg" im Deutschen. Eine kuriose Theorie besagt, dass der Name sich auf ein Hüftgelenk bezieht, das einst zur Herstellung von Schlittschuhen verwendet wurde. Das Gericht ist eine Schweinshaxe, die normalerweise gepökelt und gekocht wird. Diese Schweinshaxe hat in verschiedenen Teilen des deutschsprachigen Raums unterschiedliche Namen. Eisbein ist der traditionellste deutsche Name, besonders im Nordosten; Hachse, Haxe, Haxl werden in Süddeutschland verwendet; in Österreich ist das Gericht als Stelze bekannt. Ebenso findet man je nach Region leicht unterschiedliche Rezepte und Beilagen. In Berlin wird es am häufigsten mit Erbsenpüree serviert.

Bratwurst: Mehr als nur Grillgut

Ein Artikel über die deutsche Küche wäre unvollständig, wenn nur ein Wurstgericht erwähnt würde. Die Bratwurst (von "braten" und "Wurst") ist eine Art kleine Schweinswurst, die typischerweise gebraten oder gegrillt wird. Obwohl sie vielleicht mehr mit Süddeutschland (wie Bayern) assoziiert wird, sind Bratwürste oft das Üblichste bei einem Grillabend überall im Land. Sehr deutsch!

Königsberger Klopse: Eine Reise in die Vergangenheit

Königsberger Klopse sind im Grunde Fleischbällchen, die mit Kapern in einer weißen Soße serviert werden. Es ist eines der bekanntesten regionalen Gerichte in Deutschland. Interessanterweise wurde in der kommunistischen DDR die Bezeichnung Königsberger Klopse aus politischen Gründen vermieden. Stattdessen wurde offiziell der Name "Kochklopse" verwendet. Wie viele andere deutsche Gerichte werden diese Klopse von Kartoffeln begleitet, obwohl manchmal auch Reis serviert wird.

Der ursprüngliche Name bezieht sich auf Königsberg, eine preußische Stadt, die heute Kaliningrad heißt und zu Russland gehört. Die Vermeidung des Namens in der DDR war eine politische Entscheidung.

Senfeier: Einfach und gut

Eier mit Senfsauce, oder einfach Senfeier, sind ein typisch deutsches Gericht, das mit Kartoffeln gegessen wird. Die Eier können entweder gekocht oder pochiert sein. Die "Senfsauce" ist hier das entscheidende Element. Die Soße wird normalerweise über die Eier gegossen. Die Idee stammt wahrscheinlich aus Norddeutschland. Das Gericht mag zu einfach aussehen und erscheinen, das liegt daran, dass es so ist! Aber gute Küche muss nicht immer exquisit sein. Nichts zu Ausgefallenes, einfach lecker.

Maultaschen: Die schwäbischen "Maul-Taschen"

Maultaschen bedeuten wörtlich "Mouth bags" oder "Mouth pockets". Es handelt sich im Grunde um Pasta, gefüllt mit Hackfleisch (meist Schwein oder Rind) und etwas Gemüse, wie Spinat. Ja, auch die Deutschen mögen Pasta! Dieses Gericht stammt ursprünglich aus Südwestdeutschland, der Region bekannt als Schwaben. Man kann sie mit italienischen Ravioli, polnischen Pierogi, ukrainischen Varenyky oder russischen Pelmeni vergleichen; Maultauschen sind jedoch deutlich größer als alle oben genannten.

Der Berliner Pfannkuchen: Ein süßes Missverständnis

Wenn man im Englischen "Berliner" sagt, meint man entweder eine Person, die in der deutschen Hauptstadt geboren ist und/oder dort lebt, oder einen Krapfen mit Marmelade oder einer anderen süßen Füllung und Vanillezucker. Letzterer hat kein Loch wie typische amerikanische Donuts. Der Zucker ist meist Zucker oder Vanillezucker. Die Füllung kann Marmelade, Schokolade oder Sahne sein. Es ist zweifellos eines der typischsten deutschen Desserts mit einer jahrhundertealten Geschichte (die frühesten schriftlichen Rezepte stammen aus dem 16. Jahrhundert).

Ein lustiger Fakt: "Ich bin ein Berliner!" ist ein Satz, der zu einer der fesselndsten Phrasen der modernen deutschen Geschichte wurde. Er wurde 1963 vom amerikanischen Präsidenten Kennedy gesagt, als er eine inspirierende Rede in West-Berlin hielt. Nach dieser Rede gab es in Amerika viele Witze über "ein Berliner". Einige Leute meinten, dass die Verwendung dieses Satzes mit dem unbestimmten Artikel "ein" von den Deutschen als "Ich bin ein (Berliner) Krapfen" verstanden werde und nicht als "Ich bin ein Berliner (Bürger)". Tatsächlich ist dies ein Missverständnis, denn für ein deutsches Ohr ist an der Botschaft und ihrer grammatikalischen Form nichts falsch. Außerdem verwenden echte Berliner (Einheimische Berlins) das Wort Berliner ohnehin nicht im Sinne eines Krapfens. Stattdessen wird der Begriff "Pfannkuchen" verwendet.

Apfelstrudel: Süße Verführung aus Österreich

Apfelstrudel ist ein weiteres sehr beliebtes Gericht in der deutschen Küche, das ursprünglich aus Österreich stammt. Das deutsche Wort "Strudel" bedeutet so etwas wie ein kleiner "Wirbel". Das Gericht besteht aus einem dünnen Teig, der um eine Fruchtfüllung gerollt und dann gebacken wird. Rosinen, Zimt oder Zucker können hinzugefügt werden. All das wird normalerweise mit einigen Toppings serviert, wie Eiscreme, Vanillesauce, Pudding oder Schlagsahne. Das Dessert entstand in der Hauptstadt des Habsburgerreiches - Wien - und verbreitete sich dann im Rest der Monarchie und in den Nachbarländern. Infolgedessen ist es heute nicht nur in den deutschsprachigen Ländern sehr beliebt, sondern auch in Mittel- und Osteuropa. Apfelstrudel ist ein perfekter süßer Abschluss für eine Mahlzeit.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist der Döner Kebab wirklich ein deutsches Gericht?

Der Döner hat türkische Wurzeln, aber die Form, wie wir ihn in Brot oder Fladenbrot kennen, wurde wahrscheinlich in Berlin von türkischen Gastarbeitern entwickelt. Man kann ihn als lokales Gericht mit Migrationshintergrund bezeichnen.

Wo wurde die Currywurst erfunden?

Die Currywurst wurde in der Nachkriegszeit in Berlin von Herta Heuwer erfunden.

Was ist der Unterschied zwischen einem deutschen Schnitzel und einem Wiener Schnitzel?

Ein deutsches Schnitzel ist eine gebratene dünne Scheibe Kalbfleisch oder manchmal anderes Fleisch. Ein Wiener Schnitzel (aus Österreich) ist immer aus Kalbfleisch und wird paniert (in Mehl, Ei und Semmelbrösel getaucht) und dann gebraten.

Was sind Maultaschen?

Maultaschen sind im Grunde Pasta, gefüllt mit Hackfleisch und Gemüse. Sie stammen aus der Region Schwaben in Südwestdeutschland und sind größer als vergleichbare Teigtaschen wie Ravioli oder Pierogi.

Warum wurde in der DDR "Kochklopse" statt "Königsberger Klopse" gesagt?

Der Name wurde aus politischen Gründen vermieden, da Königsberg nach dem Zweiten Weltkrieg von der Sowjetunion annektiert wurde und heute Kaliningrad heißt.

Nennen Berliner ihren Krapfen wirklich "Berliner"?

Nein, echte Berliner verwenden für den süßen Krapfen ohne Loch das Wort "Pfannkuchen". Das Wort "Berliner" bezeichnet in Berlin eine Person aus Berlin.

Fazit: Eine kulinarische Entdeckungsreise

Die Berliner Küche ist, wie die Stadt selbst, vielfältig und voller Überraschungen. Von weltberühmtem Streetfood mit spannender Geschichte wie dem Döner und der Currywurst über deftige Klassiker wie Eisbein und Kassler bis hin zu süßen Verführungen wie dem Berliner Pfannkuchen und dem Apfelstrudel – die Auswahl ist riesig. Diese Gerichte spiegeln die Geschichte und den Charakter der Stadt wider und sind ein wichtiger Teil des Erlebnisses Berlin. Eine kulinarische Entdeckungsreise durch die Hauptstadt lohnt sich allemal!

Hat dich der Artikel Berlins Gaumenfreuden: Was die Stadt isst interessiert? Schau auch in die Kategorie Küche rein – dort findest du mehr ähnliche Inhalte!

Avatar-Foto

Bruno Auerei Leimen

Ich heiße Bruno Auerei Leimen und wurde 1979 in Heidelberg geboren. Seit über zwanzig Jahren widme ich mich leidenschaftlich der Entdeckung der kulinarischen Vielfalt Deutschlands. Nach meinem Studium der Literatur und des Journalismus an der Universität München habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, meine Liebe zum Schreiben mit meiner Neugier für authentische regionale Küche zu verbinden. Heute arbeite ich als Gastronomiekritiker, habe drei Bücher über kulinarische Reisen veröffentlicht und schreibe regelmäßig für renommierte Magazine. Besonders schlägt mein Herz für traditionelle Gerichte und handwerklich gebrautes Bier.

Go up