Die Insel Rügen lockt mit unzähligen Schätzen, doch einer ragt besonders hervor: das majestätische Jagdschloss Granitz. Auf einem bewaldeten Berg nahe Binz gelegen, ist es nicht nur das meistbesuchte Schloss in Mecklenburg-Vorpommern, sondern ein komplettes Ausflugsziel, das weit mehr bietet als nur historische Gemäuer. Wer das Jagdschloss Granitz und seine Umgebung wirklich erleben möchte, sollte sich dafür unbedingt einen ganzen Tag Zeit nehmen. Die Kombination aus Natur, Geschichte, beeindruckender Architektur und der Möglichkeit zur Stärkung macht den Besuch zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Die Anreise zum Schloss ist bereits Teil des Abenteuers. Eine besonders charmante Möglichkeit ist die Fahrt mit Rügens historischer Schmalspurbahn, dem bekannten Rasenden Roland. Dieses nostalgische Dampfross bringt Sie entspannt durch die Landschaft Rügens. Sie können an verschiedenen Haltestellen aussteigen, aber um zum Jagdschloss zu gelangen, wählen Sie am besten eine der beiden relevanten Stationen. Von beiden Haltestellen aus erwartet Sie dann noch ein Fußweg von etwa 1200 Metern bergauf zum Schloss. Wenn Sie die Haltestelle „Jagdschloss“ wählen, führt der Weg über eine alte Kopfsteinpflasterstraße. Dieser historische Pfad wird von informativen Stelen gesäumt, die mit Zitaten und historischen Einblicken in die Granitz und das Schloss die Wanderung kurzweilig gestalten.
Eine alternative und ebenfalls reizvolle Art, zum Schloss zu gelangen, ist der Jagdschlossexpress. Dieser startet bequem von der Seebrücke in Binz und bietet eine Fahrt durch die Geschichte und Gegenwart des Ostseebades Binz, bevor er das Jagdschloss ansteuert. Der Jagdschlossexpress verkehrt an ausgewählten Tagen: Donnerstags, Freitags, Samstags und Sonntags. Aktuelle Abfahrtszeiten sind online und auf den Aushängen vor Ort verfügbar. Es ist ratsam, sich vorab über die genauen Zeiten zu informieren, um die Planung zu erleichtern. Die Fahrt selbst ist bereits ein Erlebnis und erspart den Anstieg.
Die Preise für eine Rundfahrt mit dem Jagdschlossexpress gestalten sich wie folgt:
| Personengruppe | Preis Rundfahrt |
|---|---|
| Erwachsene | 12,50 € |
| Kinder 5 - 11 Jahre | 5,00 € |
| Kinder bis 4 Jahre | kostenfrei |
| Ermäßigte Fahrt mit Binzer Bucht Card (pro Person) | 12,50 € - 2,70 € Ermäßigung |
| Mitfahrende Kinder 6 - 12 Jahre (bei Kauf von 2 Erwachsenentickets) | 2,50 € |
Tickets für den Jagdschlossexpress erhalten Sie direkt beim Fahrer. Die Tour ist so konzipiert, dass Sie die Fahrt am Jagdschloss unterbrechen können, um das Schloss in aller Ruhe zu besichtigen. Sie bestimmen, wie lange Sie bleiben möchten, sollten aber spätestens mit der letzten Bahn um 16:15 Uhr die Rückfahrt nach Binz antreten. Für die Besichtigung des Schlosses wird eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von etwa zwei Stunden empfohlen, was gut in den Zeitplan des Jagdschlossexpress passt.
Oben auf dem Tempelberg angekommen, erhebt sich das Schloss majestätisch vor Ihnen. Das Jagdschloss Granitz wurde in den Jahren 1837 bis 1846 im Auftrag von Fürst Wilhelm Malte I. zu Putbus (1783–1854) errichtet. An der Stelle, wo einst ein kleines Belvedere stand, schuf der Berliner Architekt Johann Gottfried Steinmeyer (1780–1854) ein Bauwerk im Stil der norditalienischen Renaissancekastelle. Dies erklärt die markante Architektur mit den vier Ecktürmen und dem alles überragenden Mittelturm. Der Bau des Schlosses, der fast 100.000 Taler kostete, zog sich über mehrere Jahre hin, da fast ausschließlich in den Sommermonaten gearbeitet wurde. Die Innengestaltung nahm sogar noch längere Zeit in Anspruch.
Das Schlossinnere beherbergt heute verschiedene Ausstellungen, die beeindruckende Einblicke in das Leben des Fürsten Wilhelm Malte I. und seiner Zeitgenossen bieten. Man wandelt durch Räume, die einst europäische Adlige und Prominente wie Friedrich Wilhelm IV., Christian VIII., Otto von Bismarck sowie Elizabeth von Arnim und Johann Jacob Grümbke empfingen. Die Geschichte des Schlosses ist eng mit der Familie von Putbus verbunden, die die Granitz seit 1472 besaß. Das Jagdschloss blieb bis 1944 in deren Besitz, wurde dann unter nationalsozialistische Verwaltung gestellt und nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der ostdeutschen Bodenreform enteignet. Seitdem befindet es sich in staatlicher Hand und wird als Museum genutzt. Nach 1945 gingen viele Einrichtungsgegenstände verloren, und trotz späterer Restaurationen (1983-1990) und Sanierungen (Anfang des 21. Jahrhunderts für 7,9 Millionen Euro) sowie gerichtlicher Bemühungen des Sohnes von Malte von Putbus, Franz Fürst zu Putbus, den Familienbesitz zurückzuerlangen, blieb das Schloss in staatlicher Obhut.
Ein absolutes Highlight und für alle Schwindelfreien ein Muss ist der Aufstieg auf den Mittelturm. Über eine wunderschöne, filigrane gusseiserne Wendeltreppe, die an ein Kunstwerk erinnert, geht es Stufe für Stufe hinauf. Genau 154 Stufen sind es bis zur Aussichtsplattform in luftiger Höhe über der Granitz. Die Mühe des Aufstiegs wird reich belohnt: Eine grandiose und weite Aussicht eröffnet sich über die gesamte Insel Rügen, die glitzernde Ostsee und die vorpommersche Küste. Man kann die verschiedenen Küstenabschnitte, die Wälder der Granitz und bei klarer Sicht weit ins Land hineinblicken. Es ist ein Panoramablick, der lange in Erinnerung bleibt.

Nach all den Eindrücken, dem Aufstieg auf den Turm und der Erkundung des Schlosses stellt sich oft der Wunsch nach einer Stärkung und Erfrischung ein. Dafür gibt es das Wirtshaus im Jagdschloss Granitz. Dieses bietet die perfekte Gelegenheit, eine Pause einzulegen und neue Kraft zu sammeln. Bei gutem Wetter lockt der gemütliche Biergarten im Freien. Man sitzt unter Bäumen oder Schirmen und kann die frische Luft und die Atmosphäre rund um das Schloss genießen. An kälteren Tagen oder bei schlechtem Wetter zieht man sich in das urige Kellergewölbe zurück. Dieses historische Gewölbe strahlt eine besondere Gemütlichkeit aus und bietet einen stimmungsvollen Rahmen für eine Rast. Das Wirtshaus ist ideal gelegen, um den Besuch des Schlosses kulinarisch abzurunden, ohne das Gelände verlassen zu müssen.
Bevor es zurück geht, lohnt sich noch ein Abstecher zum Granitzhaus. Dieses wird auch liebevoll das „kleine Jagdschloss“ genannt und liegt in der Nähe des großen Schlosses. Hier hat das Biosphärenreservat Südost-Rügen eine interaktive Ausstellung eingerichtet. Diese Ausstellung ist sehr eindrucksvoll gestaltet und vermittelt Wissenswertes über die Geschichte der Region und ihre Besonderheiten, insbesondere im Hinblick auf das Biosphärenreservat. Es ist eine hervorragende Ergänzung zum Schlossbesuch und bietet weitere spannende Einblicke in die Natur und Kultur der Umgebung.
Wer nach all diesen Erlebnissen noch nicht genug von der Natur hat und den Tag aktiv ausklingen lassen möchte, kann den Rückweg durch den schattigen Granitz-Wald zu Fuß antreten. Der Wald ist ein wunderbarer Ort für eine Wanderung und bietet angenehme Kühle an warmen Tagen. Vom Jagdschloss aus gibt es verschiedene Wanderwege, die zu umliegenden Orten führen. Die Entfernung bis zur bekannten Seebrücke in Binz beträgt etwa drei Kilometer. Wenn Sie nach Sellin möchten, müssen Sie mit rund sechs Kilometern rechnen. Der Weg nach Lancken-Granitz ist mit etwa zwei Kilometern der kürzeste der genannten Strecken. Eine Wanderung durch die Granitz ist ein schöner Abschluss für einen erlebnisreichen Tag.
Häufig gestellte Fragen zum Jagdschloss Granitz
Wie lange sollte man für einen Besuch des Jagdschlosses Granitz einplanen?
Es wird empfohlen, sich für den Besuch des Jagdschlosses Granitz und der umliegenden Attraktionen einen ganzen Tag Zeit zu nehmen, um alles in Ruhe genießen zu können.
Wie gelangt man am besten zum Jagdschloss Granitz?
Sie können das Jagdschloss mit dem historischen Rasenden Roland erreichen (anschließend ca. 1200m Fußweg bergauf) oder mit dem Jagdschlossexpress (Pferdekutsche) von der Seebrücke Binz aus.
Was kostet der Jagdschlossexpress?
Eine Rundfahrt kostet für Erwachsene 12,50 €, für Kinder von 5-11 Jahren 5,00 €, Kinder bis 4 Jahre sind kostenfrei. Es gibt Ermäßigungen mit der Binzer Bucht Card und spezielle Familientarife.

Was gibt es im Jagdschloss Granitz zu sehen?
Im Schloss gibt es Ausstellungen über das Leben von Fürst Wilhelm Malte I. und seiner Zeit. Ein Highlight ist der Aufstieg auf den Mittelturm mit seiner gusseisernen Wendeltreppe und der grandiosen Aussicht.
Gibt es im Jagdschloss Granitz eine Einkehrmöglichkeit?
Ja, im Wirtshaus im Schlosskeller können Sie sich stärken und erfrischen. Es bietet Sitzplätze im urigen Kellergewölbe und bei gutem Wetter im Biergarten.
Wem gehört das Jagdschloss Granitz heute?
Das Jagdschloss Granitz befand sich einst im Besitz der Familie von Putbus, wurde aber nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet und befindet sich seither in staatlicher Hand.
Gibt es in der Nähe des Schlosses weitere Sehenswürdigkeiten?
Ja, in der Nähe befindet sich das Granitzhaus mit einer interaktiven Ausstellung des Biosphärenreservats Südost-Rügen.
Kann man vom Jagdschloss Granitz aus wandern?
Ja, es gibt Wanderwege durch den Granitz-Wald, die zu umliegenden Orten wie Binz, Sellin oder Lancken-Granitz führen.
Ein Besuch des Jagdschlosses Granitz ist ein vielseitiges Erlebnis, das Geschichte, Architektur, Natur und Genuss verbindet. Planen Sie Ihren Tag sorgfältig, um alle Facetten dieses besonderen Ortes auf Rügen entdecken zu können.
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