Ehrlich gesagt, bevor ich nach Malta kam, hatte ich kaum eine Vorstellung davon, was die maltesische Küche eigentlich ausmacht. Klar, eine Mittelmeerinsel mit italienischen und arabischen Einflüssen – das ließ auf gute Aromen hoffen. Doch dass das Essen hier eine so eigenständige Handschrift hat, hätte ich nicht erwartet. Malta ist eine kulinarische Zeitkapsel, in der jede Epoche ihre Spuren hinterlassen hat. Die Araber brachten Gewürze und Süßspeisen, die Italiener Pasta und Brot, die Briten ihre Liebe zu Tee und herzhaften Pies. Hinzu kommen die jahrhundertealten Einflüsse der Johanniter, die Zutaten und Techniken aus Frankreich und Spanien mitbrachten. Herausgekommen ist eine Küche, die bodenständig und raffiniert zugleich ist – und die du unbedingt probieren solltest!
Maltas Unverzichtbare Spezialitäten
Ein Besuch auf Malta ist nicht komplett ohne die berühmtesten Snacks der Insel: die Pastizzi. Diese kleinen, knusprigen Teigtaschen sind ein absolutes Muss und werden traditionell entweder mit cremiger Ricotta oder einer würzigen Erbsenfüllung angeboten. Man findet sie buchstäblich an jeder Ecke, von kleinen Straßenständen bis hin zu Bäckereien. Ihre knusprige Hülle und die oft überraschend gehaltvolle Füllung machen sie zu einem perfekten Snack für zwischendurch, zum Frühstück oder als kleiner Energieschub am Nachmittag. Besonders bekannt für ihre hervorragenden Pastizzi ist die Crystal Palace Pastizzeria in Rabat, unweit der Silent City Mdina. Auch Jeff’s Pastizzeria und Manuela wurden als Geheimtipps für besonders gute Varianten genannt.

Die maltesische Antwort auf Ciabatta ist die Ftira. Dieses flache, ringförmige Brot ist mehr als nur ein Beilagenbrot; es bildet oft die Basis für herzhafte Sandwiches oder wird einfach mit Olivenöl, Tomaten, Knoblauch und Zwiebeln bestrichen genossen. Es heißt, die besten Ftiras stammen von der Nachbarinsel Gozo. Eine besonders sättigende Variante ist das Ftira-Omelett-Sandwich, das gerne mit Kartoffelchips serviert wird. Auf Gozo gibt es eine einzigartige Version, die einer rustikalen Pizza ähnelt: Sie wird mit dünn geschnittenen Kartoffeln, Zwiebeln und typisch mediterranen Zutaten belegt und im Ofen gebacken. Mekren’s Bakery in Nadur auf Gozo soll der Ort sein, um diese Spezialität in ihrer frischesten Form zu erleben. Ein Tipp, um Wartezeiten zu umgehen, ist ein Besuch vor 12 Uhr, bei dem man manchmal sogar einen Blick in die Backstube werfen kann.
Neben den Pastizzi gibt es auch Qassatat, eine weitere beliebte maltesische Gebäckspezialität. Sie werden oft in denselben Bäckereien und Pastizzerias verkauft, unterscheiden sich aber deutlich von den Pastizzi. Qassatat haben eine dickere, weichere Teighülle und sind ebenfalls mit Füllungen wie Ricotta, Erbsenpüree oder Spinat erhältlich. Während Pastizzi eher als leichterer Snack durchgehen, sind Qassatat deutlich sättigender und deftiger. Wer beides probieren möchte, sollte die Sättigung des Qassatat nicht unterschätzen – es ist eine vollwertige kleine Mahlzeit für sich.
| Merkmal | Pastizzi | Qassatat |
|---|---|---|
| Teighülle | Knusprig, blättrig | Dicker, weicher |
| Form | Kleine Tasche | Größeres Gebäck |
| Füllungen | Ricotta, Erbsenpüree | Ricotta, Erbsenpüree, Spinat |
| Sättigung | Leichter Snack | Deftig, sättigend |
Der unangefochtene Star der maltesischen Küche und oft als Nationalgericht bezeichnet, ist Stuffat tal-Fenek – ein Kanincheneintopf. Dieses Gericht wird langsam in einer reichhaltigen Sauce aus Tomaten, Rotwein und Knoblauch geschmort. Es ist ein Gericht, das für Geselligkeit steht und traditionell in großer Runde mit Freunden und Familie genossen wird. Ein ganzes Kaninchen oder mehrere werden mariniert, mit aromatischen Gewürzen und Kräutern gekocht und in seiner duftenden Sauce serviert, oft begleitet von Pasta oder Kartoffeln. Kaninchen wird auf Malta jedoch nicht ausschließlich als Eintopf zubereitet; auch gegrillte oder gebratene Varianten, wie Kaninchensteak oder gefülltes Kaninchen mit maltesischen Kräutern, sind beliebt.
Eine weitere deftige Spezialität sind Bragioli, auch bekannt als Maltese Beef Olives. Dabei handelt es sich um dünne Rinderrouladen, die mit einer herzhaften Füllung aus Hackfleisch, Knoblauch, Speck, Petersilie und Ei gefüllt und gerollt werden. Anschließend schmoren sie langsam in einer würzigen Tomaten-Rotweinsauce. Der Name „Beef Olives“ ist etwas irreführend, da keine Oliven enthalten sind; er leitet sich vom französischen Wort „alouette“ ab, das sich auf die Form der Rouladen bezieht. Serviert mit Kartoffeln oder maltesischem Brot, sind Bragioli ein weiteres Beispiel für die deftige, aromatische und sättigende Hausmannskost Maltas.
Die Soppa ta’ l-Armla, die „Witwensuppe“, ist eine klassische maltesische Suppe, die für ihre Einfachheit und Nährstoffdichte geschätzt wird. Ihren Namen verdankt sie der Tatsache, dass sie traditionell von Witwen mit wenigen, aber nahrhaften Zutaten zubereitet wurde. Sie basiert auf frischem Gemüse wie Karotten, Kartoffeln und Kohlrabi und wird vor dem Servieren mit Ġbejniet (maltesischem Schafskäse), einem Ei und Parmesan verfeinert, was ihr eine besondere Cremigkeit und Würze verleiht.

Im Bereich der Fischgerichte nimmt die Aljotta einen wichtigen Platz ein. Diese traditionelle maltesische Fischsuppe wird mit Knoblauch, Tomaten und frischen Kräutern zubereitet und ist besonders an den Küstenorten beliebt. Das Fischerdorf Marsaxlokk ist berühmt für seinen täglichen Fischmarkt und die zahlreichen Restaurants entlang der Uferpromenade, die den Fang des Tages frisch zubereiten. Hier kann man die Aljotta oft aus fangfrischem Fisch genießen und dabei das bunte Treiben im Hafen mit den traditionellen Luzzu-Fischerbooten beobachten.
Ein saisonaler Höhepunkt der maltesischen Fischküche ist der Lampuki, auch bekannt als Mahi-Mahi. Dieser Fisch zieht jedes Jahr an Malta vorbei und ist während seiner Saison auf vielen Speisekarten zu finden. Eine besonders beliebte Zubereitungsart ist der Lampuki Pie, bei dem der Fisch zusammen mit Gemüse, Kapern und Oliven in eine knusprige Teigkruste gebacken wird – ein wunderbares Beispiel für die Verbindung von Fisch und Gebäck in der maltesischen Küche.
Süße Versuchungen Maltas
Auch Süßspeisen haben in Malta eine lange Tradition, viele davon mit deutlichen Spuren der arabischen Vergangenheit. Ein Beispiel sind die Għadam tal-Mejtin, wörtlich die „Knochen der Toten“. Diese traditionellen Mandelgebäcke werden vor allem am Allerseelentag (2. November) gegessen, sind aber während der Herbstmonate im ganzen Land zu finden. Sie bestehen aus einem knusprigen Teig, der eine süße Mandelpaste als „Mark“ umschließt. Manchmal werden sie auch liebevoll als „Liebesknochen“ bezeichnet.
Ein weiteres süßes Erbe der arabischen Herrschaft sind die Imqaret. Diese frittierten Teigtaschen sind mit einer würzigen Mischung aus Datteln, Zitrusfrüchten und Gewürzen gefüllt. Im 11. Jahrhundert auf die Insel gebracht, sind sie heute ein fester Bestandteil der maltesischen Dessertkultur. Man findet sie in vielen Restaurants, oft auch unter Namen wie „Maltese Delight“, und sie sind ein herrlich aromatischer Abschluss einer Mahlzeit.
Getränke auf Malta
Neben den Speisen gibt es auch einige typisch maltesische Getränke, die man probieren sollte. Das bekannteste ist wohl Kinnie, eine bittersüße Limonade aus Chinotto-Orangen und einer geheimen Kräutermischung. Ihr unverwechselbarer Geschmack polarisiert, ist aber definitiv ein Stück maltesische Identität. Für diejenigen, die es alkoholischer mögen, gibt es den Kinnie Sprizz. Malteser sind auch stolz auf ihr Bier, insbesondere Cisk, ein leichtes Lagerbier mit einer malzigen Note, das perfekt für heiße Tage ist. Abseits der bekannten Getränke gibt es auch lokale Liköre, wie Ħarġa auf Feigenbasis oder einen Johannisbrotlikör, die gerne als Digestif genossen werden.
Empfehlenswerte Restaurants
Die Gastronomieszene auf Malta bietet von einfachen Pastizzerias bis hin zu gehobenen Restaurants eine große Vielfalt. Hier sind einige Empfehlungen aus dem Text:
| Restaurant | Ort | Spezialität / Atmosphäre |
|---|---|---|
| COASt | Wied iz-Zurrieq | Frischer Fisch, Meerblick am Hafen |
| Café Cordina | Valletta | Traditionelles Kaffeehaus, Gebäck, historische Atmosphäre |
| Café Jubilee | Valletta & Victoria (Gozo) | Retro-Charme, Kaffee, Pasteten, Ftira-Sandwich |
| Trattoria AD 1530 | Mdina | Mediterrane Spezialitäten, Pasta, in der Silent City |
| Ta’ Cassia Salina | In-Naxxar | Mediterrane/maltesische Küche, historisches Gebäude, Blick auf Salinen |
Diese Orte bieten gute Gelegenheiten, einige der typischen Gerichte in unterschiedlichem Ambiente zu erleben.

Maltesische Küche im Vergleich
Die maltesische Küche ist eine faszinierende Mischung, die sich am besten als eine Feier mediterraner Aromen mit einem kräftigen Schuss Geschichte beschreiben lässt. Sie ist stark von Italien, insbesondere Sizilien, beeinflusst, weist aber auch deutliche Spuren arabischen Ursprungs sowie eine kräftige Prise Maltas eigener kulinarischer Identität auf. Die Geheimnisse hinter dem knusprigen Brot, dem Olivenöl, den lokalen Käsesorten und dem süßen Honig reichen Jahrhunderte zurück. Typische Mahlzeiten beginnen oft mit Vorspeisen wie Suppen, Pasta, Risotto, Antipasti oder Dips, die mit Brot oder Keksen serviert werden. Hauptgerichte zu Hause können oft Pasta- oder Kartoffelaufläufe sein, während man auswärts eher Fleisch- oder Fischgerichte findet. Diese Mischung der Einflüsse macht die maltesische Küche einzigartig und vielschichtig.
Was kostet Essen auf Malta?
Die Kosten für Essen auf Malta können variieren, aber ein Urlaub muss deswegen nicht teuer sein, insbesondere wenn es ums Essen geht. Für einen schnellen Snack oder ein günstiges Frühstück sind die lokalen Bäckereien oder Pastizzerias die beste Anlaufstelle. Ein Pastizz kostet dort oft weniger als einen Euro. Wer in einer Unterkunft mit Selbstverpflegung wohnt, kann ebenfalls sparen, indem er Mahlzeiten selbst zubereitet. Die Preise für Lebensmittel im Supermarkt sind laut Informationen denen in Deutschland sehr ähnlich. Eine Besonderheit, die sich auf die Kosten auswirken kann, sind die oft sehr großzügigen Portionsgrößen in maltesischen Restaurants. Das Teilen eines Hauptgerichts ist daher eine gute Möglichkeit, Geld zu sparen.
In Restaurants liegen die Preise für ein Hauptgericht je nach Lage und Qualität typischerweise zwischen 20 und 35 Euro. Das bedeutet, dass ein Abendessen für zwei Personen mit einem Glas Wein etwa 60 bis 75 Euro kosten kann. Bars und Cafés bieten oft eine Happy Hour an, bei der Getränke vergünstigt sind. Außerhalb der Happy Hour kosten Cocktails etwa 7 bis 10 Euro und ein Bier rund 4 bis 5 Euro. Insgesamt sind die Kosten für Essen und Trinken in Restaurants und Bars moderat, während Snacks und Selbstverpflegung sehr budgetfreundlich sein können.
Trinkgeld in Maltas Restaurants
Die Frage nach dem Trinkgeld ist auf Reisen oft wichtig. Auf Malta ist Trinkgeld durchaus üblich. Eine angemessene Anerkennung für guten Service liegt normalerweise zwischen 5% und 10% des Rechnungsbetrags. Es ist jedoch wichtig zu prüfen, ob auf der Rechnung bereits eine Servicegebühr enthalten ist. In diesem Fall ist ein zusätzliches Trinkgeld nicht zwingend notwendig. Wenn man sich unsicher ist, kann man immer im jeweiligen Lokal nachfragen, aber mit Ermessen und gesundem Menschenverstand liegt man bei 5-10% für guten Service richtig.
Häufig gestellte Fragen zur maltesischen Küche
Was ist das Nationalgericht Maltas?
Das Nationalgericht Maltas ist Stuffat tal-Fenek, ein langsam geschmorter Kanincheneintopf in einer Tomaten-Rotweinsauce.

Was sind Pastizzi?
Pastizzi sind kleine, knusprige Teigtaschen, die typischerweise mit Ricotta oder Erbsenpüree gefüllt sind und als beliebter Snack gelten.
Gibt es vegetarische Optionen?
Ja, die maltesische Küche bietet vegetarische Optionen wie Pastizzi und Qassatat mit Ricotta- oder Spinatfüllung sowie die Soppa ta’ l-Armla, eine Gemüsesuppe mit Käse und Ei.
Wo kann man frischen Fisch probieren?
Frischen Fisch kann man besonders gut im Fischerdorf Marsaxlokk oder in Restaurants wie COASt in Wied iz-Zurrieq probieren.
Sind maltesische Desserts sehr süß?
Ja, traditionelle maltesische Desserts wie Imqaret (Datteltaschen) und Għadam tal-Mejtin (Mandelgebäck) sind typischerweise süß.
Maltas Küche ist eine reiche und vielfältige Erfahrung, die ihre Geschichte und geografische Lage widerspiegelt. Von herzhaften Eintöpfen und deftigem Gebäck bis hin zu frischen Meeresfrüchten und süßen Verführungen gibt es viel zu entdecken. Eine kulinarische Reise durch Malta ist definitiv eine Bereicherung und bietet unvergessliche Geschmackserlebnisse.
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